Mayer, Simon Martin

Mayer Simon Martin, Ps. Julius Proben, Seelsorger, Schriftsteller und Publizist. * Klagenfurt, 21. 4. 1788; † Klagenfurt 16. 5. 1872.

Stud. kath. Theol. und wurde 1809 zum Priester geweiht. Dann wirkte er in Klagenfurt an der Dom- und Stadtpfarre St. Peter und Paul, wo er 1818 Domprediger wurde, und ab 1820 als Spätprediger an der Stadthauptpfarrkirche St. Egiden. Nach 50 Jahren priesterlicher Tätigkeit trat er i. R. Wie Kumpf (s. d.) einer der Wortführer des romant. Historismus, wirkte M. sehr verdienstvoll durch seine Tätigkeit als Hrsg. der „Carinthia“, die er 1815–62 (mit Unterbrechungen 1848 und 1851–54) red.; 1855, als sie als Beilage der „Klagenfurter Zeitung“ eingestellt worden war, vermochte er sie als selbständige Z. dem Lande zu erhalten. Die „Kärntnerische Zeitung“ gab er 1820–1835 (8. Bd.), die „Klagenfurter Zeitung“ von 1821–51 (mit kurzer Unterbrechung 1848) heraus. M.s Bemühen galt vor allem der „Carinthia“, für die er begabte Mitarbeiter heranzuziehen verstand und in der er junge Talente (Tschabuschnigg, Renn, Rauscher, Fercher v. Steinwand, s. unter Kleinfercher) förderte. Durch M.s Wirken wurde sie ein getreuer Spiegel des Kärntner Kultur- und Geisteslebens. In ihr veröff. M. auch mehr als 200 eigene Gedichte (darunter viele Gelegenheitsgedichte zu öff. Anlässen) und etwa 150 Aufsätze. In seiner Lyrik behandelte er Freundschaft und Abschied, Natur und Gott, Mutter- und Heimatliebe. Nachdichtungen aus dem Engl., Dän., Finn. und Alemann. (J. P. Hebel und A. Schreiber) bekunden sein formales Talent. Den Kärntner Sagenschatz verwertete er in erzählenden Gedichten. Im Taschenbuch „Noreja“ gab er den Beitr. Kärntens zur österr. Balladendichtung des Vormärz heraus.


Literatur: Carinthia I, Jg. 62, 1872, S. 161 ff.; H. Kraigher-Hinner, S. M. M. Ein Beitr. zur Literatur- und Kulturgeschichte Kärntens in der 1. Hälfte des 19. Jh., phil. Diss. Graz, 1967; Giebisch–Gugitz; Goedeke, Bd. 6, S. 683; Kosch; W. Nußbaumer, Geistiges Kärnten,1956, S. 322 ff.; Wurzbach; Die Landeshauptstadt Klagenfurt, red. von G. Moro, Bd. 2, 1970, S. 48 ff.,56 ff.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 25, 1972), S. 448

Links

Download

Lifeline

Orte

  • geboren in > Klagenfurt
  • gestorben in > Klagenfurt