Madjera, Wolfgang

Madjera Wolfgang, Schriftsteller. * Wien, 29. 6. 1868; † Wien, 17. 12. 1926.

Sohn des Vorigen; stud. Jus an der Univ. Wien (1891 Dr.jur.) und hörte außerdem Vorlesungen über Phil., Literaturwiss. und Kunstgeschichte. 1905 Magistrats-Sekretär, 1919 als Ober-Magistratsrat i. R. Seit seiner Studienzeit war M. auch schriftsteller. tätig. Unter der Leitung A. Müller-Guttenbrunns wurde er Mitarbeiter der Dt.-Österr. Schriftstellergenossenschaft und Präs. der Landesgruppe Wien dieses Verbandes. M.s eigenes literar. Schaffen erhielt von der landschaftlichen Umgebung Wiens entscheidende Anregungen. Er fand in der zeitgenöss. und späteren Beurteilung vor allem mit den stimmungsvollen, klangreichen Versen seiner Lyrik Anerkennung. Positiv, wie sein gesamtes Wirken, waren auch seine patriot. Lieder, Aufrufe zur Verteidigung des Vaterlandes und zur Erhaltung echter Werte. Trotz lauterer Gesinnung und zeitlos menschlich reifem Gedankengehalt waren seine dramat. Schriften, denen auch die Verwendung allzu herkömmlicher Kunstmittel abträglich war, nicht bühnenwirksam. In seinen literar. Kritiken zeigte er verständnisvolle Einfühlung und erfahrene, scharfsinnige Urteilsfähigkeit. M. schrieb u. a. Beitrr. zu der humorist. Z. „Der liebe Augustin“. Seine Abh. über das Wr. Bühnenwesen machte ihn auch im Ausland bekannt.


Literatur: Wr. Ztg. vom 28. 7. 1918; N. Fr. Pr., R. P. und Wr. Ztg. vom 17. 12. 1926; Scheffel-Jb., 1906, S. 183 ff.; Der Gral, Jg. 17, 1923, S. 548 ff.; Brümmer; Giebisch–Gugitz; Giebisch–Pichler–Vancsa; H. Kindermann, Wegweiser durch die moderne Literatur Österr., 1947; Kosch; Kosel; Kürschner, 1900–26, 1936; Nagl–Zeidler–Castle, Bd. 3, 4, s. Reg.; Kosch, Das kath. Deutschland; Wer ist’s? 1905–22.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 25, 1972), S. 401f.

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