Mayrl, Anton von

Mayrl Anton von, Komponist. * Bozen (Südtirol), 17. 6. 1810; † Innsbruck, 4. 7. 1869.

Entstammte einer alten Bozner Patrizierfamilie; J. A. Ladurner (s. d.) bildete ihn zu einem vorzüglichen Klavierspieler aus und vermittelte ihm auch musiktheoret. Kenntnisse. An der Univ. Innsbruck besuchte er den philosoph. Kurs und ging dann nach Padua, um Jus zu stud. 1843 hielt sich M. in München auf, besuchte philolog. Vorlesungen und erhielt Kompositionsunterricht von Ett. Von diesem angeregt, befaßte er sich insbesondere bei einem Aufenthalt in Rom, 1846/47, mit dem Stud. altklass. Kirchenmusik. Es spricht für sein Ansehen, daß er beauftragt wurde, vier Festmessen für den Dom in Trient zu komponieren (1844–54). Die an ihn geknüpfte Hoffnung, er werde zum Reformator der kath. Kirchenmusik werden, ging nicht in Erfüllung, da ihm organisator. Talent fehlte. Er bekleidete keine öff. Stellung, lebte zurückgezogen schaffend, ohne sich um die Verbreitung seiner fast ausschließlich kirchlichen Werke zu bemühen. Eifrig betätigte er sich als Musiklehrer (Klavier, Komposition, Ästhetik) und bildete eine große Anzahl von Schülern heran, u. a. den Komponisten F. Schöpf in Bozen (1836–1915). M. komponierte in einem gemäßigt modernen Zeitstil, tw. im Geiste der Palestrina-Renaissance. Seine Werke sind meist verschollen und nur aus der Literatur nachweisbar.


Literatur: Bothe für Tirol und Vorarlberg vom 6. 7. 1869 und 31. 10. 1876; Neue Tiroler Stimmen vom 5. und 12. 7. 1869, 20.-21. 3. 1913; U. Kornmüller, Lex. der kirchlichen Tonkunst, 3. Aufl., Bd. 2, 1895; Tyroler Ehrenkranz, hrsg. von A. Lanner, 1925, S. 103 f.; Kosch, Das kath. Deutschland.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 26, 1973), S. 17f.

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  • geboren in > Bozen
  • gestorben in > Innsbruck