Lhotský, Bohuslav

Lhotský Bohuslav, Violinist. * Libochowitz (Libochovice, Böhmen), 14. 1. 1879; † Prag, 9. 5. 1930.

Stud. 1892–97 am Prager Konservatorium und gehörte mit J. Kubelík (s. d.) zu den begabtesten Schülern O. Ševcíks. Er wirkte dann als Violin-Lehrer bei der Familie Windisch-Grätz in Gonobich, ab 1900 als Konzertmeister des Theaterorchesters in Lemberg, wo er mit anderen Ševcík-Schülern wie K. Procházka und K. Moravec und dem Violoncellisten B. Váška ein Quartett bildete, dessen erstes öff. Konzert am 3. 2. 1901 in Lemberg stattfand. 1903 wurde er an die neu gegründete Philharmonie in Warschau engagiert und konzertierte nicht nur hier, sondern auch in Prag als Primarius des Cech. Quartettes der Warschauer Philharmonie. 1905 unternahm er mit seinem Quartett die erste Auslandstournée und ließ sich später in Prag nieder. Es entstand das Ševcík-Lhotský-Quartett, welches in der schwierigen Konkurrenz mit dem älteren berühmten Cech. Quartett (Hofmann, Suk, Herold, Wihan, später Zelenka) ehrenvoll bestand. L. trat auch als Solist in Konzerten von A. Dvorák (s. d.), J. B. Foerster, Mozart, Tschaikowsky u. a. auf. Zweimal spielte er mit J. Herman (s. d.) den ganzen Zyklus der Violinsonaten von L. v. Beethoven (s. d.). J. Hybler widmete ihm sein Duo für Violine und Klavier.


Literatur: Niewiadomski, Muzyk czeski v Polsce (Tschech. Musiker in Polen), in: Rytm, 1924, n. 4; J. Kozák u. a., Ceskoslovenští koncertní umelci a komorní soubory (Tschechoslowak. Konzert-Solisten und Kammerorchester), 1964, s. Reg.; Cernušák–Helfert; Cernušák–Štedron–Novácek; 150 let prazské konservatore (150 Jahre Prager Konservatorium), 1961, S. 92; L. Feigl, Sto let ceského života ve Lvove (100 Jahre tschech. Leben in Lemberg), 1925, S. 88; O. Ševcík, Sborník statí a vzpomínek (Ges. Abhh. und Erinnerungen), 1953, s. Reg.; Otto, Erg.Bd.III/2.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 179

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