Lampi, Johann Bapt. d. Ä. von

Lampi Johann Bapt. von, d. Ä., Maler. * Romeno am Nonsberg (Trentino), 31. 12. 1751; † Wien, 11. 2. 1830.

Vater des Folgenden und des Vorigen, Großvater der Maler Johann Bapt. Matthias v. L. (s. d.) und Alexander v. L. (s. d.); als letztes von 14 Kindern des aus dem Pustertal stammenden Malers Matthias Lamp (1697–1780) lernte er noch bei diesem, dann ab 1768 in Salzburg bei seinem Großoheim P. A. Lorenzoni, bei F. X. König und F. N. Streicher, schließlich wahrscheinlich bei F. Unterberger in Brixen und F. Lorenzi in Verona. Dort heiratete er 1772, zog aber nach Trient, wo er Altarbilder und Porträts (Geistliche und Adelige) malte. Ab 1773 Mitgl. der Akad. von Verona, wirkte er 1779–81 in Innsbruck, 1781/82 in Klagenfurt (wo er seinen Namen italienisierte) und ab 1783 in Wien (im gleichen Haus wie Mozart wohnend), wo er 1785 ebenfalls zum Mitgl. der Akad. (als Gehilfe von J. Hauzinger) und 1786 (als dessen Nachfolger) zum Prof. ernannt wurde. L. hatte eine steile Laufbahn als Porträtist der höheren Stände, ging 1788 nach Polen, 1790 über Jassy nach (1791) St. Petersburg, wo er u. a. 1794 die Zarin malte und Ehrenmitgl. der Akad. wurde. Seit 1797 wieder in Wien, wurde er 1798 nob. 1799 Ehrenbürger von Wien und 1800 Ehrenmitgl. der schwed. Akad. in Stockholm. Während der Franzoseneinfälle machte sich L. mehrfach verdient, war 1805 Hptm., 1806 Mjr. der Akadem. Legion und rettete 1809 Kunstwerke vor feindlichem Zugriff. Er stiftete 1820 einen Schulpreis der Akad. für Aktzeichnen und ging 1822 in Pension. L. war fast ausschließlich Porträtist, seine Ölgemälde gehören zu den besten Werken ihrer Zeit; er fand den Übergang vom adeligen Repräsentativbild mit pomphaft-spätbarocken Zügen zu sachlicher Charakterisierungskunst bürgerlicher Prägung.


Literatur: Hormayrs Archiv 16, 1825, S. 424 ff.; M. Fuchs, Worte am Begräbnistag des Rathes...L., 1830; Programm des Gymn. Trient, 1894; Internationale Sammler-Ztg. 6, 1914, S. 33 ff.; Studí Trentini, 1933, S. 224 ff.; Unsere Heimat 8, 1935, S. 346; Cultura Atesina 2, 1948, S. 123 f., 5, 1951, S. 148 ff., 14, 1960, S. 23 ff.; N. Rasmo, G. B. L., Ausstellungskatalog, 1951; der s., G. L., 1957; Thieme–Becker (mit älterer Literatur); Wurzbach; ADB.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 20, 1969), S. 420

Links

Download

Lifeline

Orte

  • geboren in > Romeno
  • gestorben in > Wien
  • ausgebildet in > Salzburg (1768)
  • ausgebildet in > Brixen
  • ausgebildet in > Verona
  • wirkte in > Trient (1772)
  • wirkte in > Innsbruck (1779-1881)
  • wirkte in > Klagenfurt (1781-1782)
  • wirkte in > Wien (1783)
  • reiste nach > Polen (1788)
  • reiste nach > Iaşi (1790)
  • reiste nach > Sankt Petersburg (1791)
  • wirkte in > Wien (1797)

Institutionen

  • war Stifter > Lampi-Preis
  • war Mitglied > Accademia di Belle Arti (Verona)
  • war Mitglied > Akademie der bildenden Künste Wien (1785)
  • war Assistent > Akademie der bildenden Künste Wien (1785-1786)
  • war o. Professor > Akademie der bildenden Künste Wien (1786-1822)
  • war Ehrenmitglied > Russische Kunstakademie St. Petersburg
  • war Ehrenmitglied > Konsthögskolan (Stockholm) (1800)
  • war Offizier > Akademische Legion (1848) (1805)