Kohler, Johann Michael

Industrieller, geb. 3.11.1844 in Schnepfau, gest. 5.11.1900 in Kohler

Wanderte mit seinem gleichnamigen Vater und seinen 4 Geschwistern um 1854 nach Amerika aus, wo sich sein Vater in der Nähe von St. Paul (Minnesota) als Farmer niederließ. Mit 18 Jahren kam K. nach Chicago, wo er sich in Abendschulen weiterbildete. Zunächst als Handlungsreisender in der Möbelbranche tätig, gründete er 1873 nach seiner Verheiratung in Sheboygan am Michigansee einen Betrieb zur Erzeugung von Pflugscharen, Gußröhren, Kesseln, Kochherden und Windmühlen. Die ständig vergrößerte Anlage wurde 1899 nach Kohler, vier Meilen westlich von Sheboygan, verlegt, wo sie 1901 einem Brande zum Opfer fiel, aber von den Söhnen des inzwischen verstorbenen Gründers mit Erfolg wieder errichtet und durch Automatisierung zu einem ungemein leistungsfähigen Betrieb mit vielen Filialen in den USA und in London ausgebaut, der nun außer sanitären Anlagen auch Zentralheizungen und Generatoren jeder Art und Größe erzeugt und 3500 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. 1892 wurde K. zum Bürgermeister der 40.000 Einwohner zählenden Stadt Sheboygan gewählt. Er gründete ein Friendship House, ein Theater und förderte auch das Musikleben. 1919–31 ließ seine Tochter Marie Christine K. zur Erinnerung an ihn in Kohler nach Plänen des in Au-Rehmen (Bregenzerwald) tätigen akad. Bildhauers K. Albrecht ein großes, stilechtes Bregenzerwälder Haus (Waelderhaus) erbauen, das als Club-House für die Girl School dient. K. und seine Nachkommen haben ihre soziale Einstellung nicht nur durch die Gründung einer Arbeitersiedlung in Kohler, sondern auch durch tatkräftige Unterstützung der angestammten Bregenzerwälder Heimat in Notzeiten bewiesen. 1928 wurde K.s dritter Sohn, Walter K. († 1940), zum Gouverneur von Wisconsin gewählt.

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  • Geburtsort > Schnepfau
  • Sterbeort > Kohler

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