Klieber, Josef

Klieber Josef, Bildhauer und Maler. * Innsbruck, 1. 11. 1773; † Wien, 11. 1. 1850.

Sohn des Bildhauers Urban K., Vater des Vorigen; wurde zuerst an der Zeichenschule Innsbruck und bei seinem Vater ausgebildet, kam 1792 nach Wien, wo er – in dürftigen Verhältnissen lebend – bei J. Straub und einem Gipsfigurenhändler arbeitete. Nach vorübergehender Tätigkeit als Gehilfe seines Vaters wieder nach Wien gekommen, arbeitete er bei J. Schroth und M. Fischer, wo er sich vor allem in der Gußtechnik weiterbildete, und trat dann als selbständiger Meister auf. Noch 1810 begann sein Wirken für Johann Fürst von Liechtenstein, der ihm zahlreiche Aufträge zur Ausschmückung seiner Besitzungen erteilte. Die von K. dort ausgeführten Flachreliefs und dekorativen Gruppen fanden so große Anerkennung, daß er 1814 zum Dir. der Graveurschule an der Akad. d. bild. Künste ernannt wurde und in der Folge zahlreiche Aufträge zur bildhauer. Ausgestaltung großer Bauten erhielt; 1814 Geh. Rat, 1845 i.R. K., der über eine virtuose Beherrschung der Technik verfügte und von Canova (s. d.) beeinflußt war, gehörte bald zum Kreis jener Künstler, die dem vormärzlichen Wien das Gepräge gaben.


Literatur: A. v. Lemmen, Tirol. Künstlerlex., 1830, S. 124; Thieme–Becker; R. Granichstaedten-Czerva, Tiroler in Wien, 1932, S. 34; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; ADB; R. Eitelberger, Ges. Kunsthist. Schriften 1, 1879, S. 109 ff., 160, 165, 173; Dehio-Niederösterr.; Dehio-Wien; Österr. in Geschichte und Literatur, 1963, H. 10.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 15, 1965), S. 402f.

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Orte

  • geboren in > Innsbruck
  • gestorben in > Wien
  • wirkte in > Wien (1792)

Institutionen

  • war Schüler > Kaiserlich-Königliche Staatsgewerbeschule (Innsbruck)
  • war Direktor > Graveurakademie (1814)
  • war Direktor > Graveur- und Erzverschneidungsschule (Wien) (1814)