Kemény, Zsigmond Baron

Schriftsteller, Publizist und Politiker, geb. 12.6.1814 in Vinţu de Jos, gest. 22.12.1875 in Cămăraşu

Stammte aus vornehmer Familie. Er wurde Journalist und stud. nebenbei in Wien Med. und Naturwiss. Zwischen 1841–43 war er Redakteur einer Ztg. in Siebenbürgen („Erdélyi Hiradó“) und Anhänger der Reformpolitik von St. Széchenyi, schloß sich jedoch 1846 den sogenannten Zentralisten an, die anstatt der Komitatsautonomie das zentrale, parlamentar. System verlangten; 1847 übersiedelte er nach Pest, wo er als Journalist die Mißstände des Komitatssystems angriff. Im Freiheitskampf von 1848 wurde er nach begeisterter Solidarität der Anfangszeit, einer der leitenden Personen der Friedenspartei, wandte sich in Flugschriften gegen die Revolution und Kossuth und propagierte Loyalität. Ab 1855 schloß er sich der Politik von F. Deák (s. d.) an, wurde Redakteur der angesehenen Tagesztg. „Pesti Napló“ und verkündete einerseits einen Ausgleich, kämpfte jedoch anderseits gegen den Plan der Verschmelzung Ungarns mit Österr. K., der eine belletrist. Tätigkeit entfaltete, bekämpfte die Literatur als Selbstzweck und ließ sie nur im Dienste des sozialen Fortschrittes gelten. Nach seinen Ges. Romanen geringerer Bedeutung erhob er mit seinen drei großen hist. Romanen – durch Aufbau des hist. Romans auf psycholog. Grundlage sowie durch getreue Schilderung des Zeitgeistes – die ung. Romanliteratur auf europ. Niveau. K., der dem hist. und biolog. Determinismus eine übertrieben große Bedeutung beimaß, hatte am Ausgleich von 1867 einen bedeutenden Anteil. Er wurde bald danach geisteskrank und starb einsam.

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  • Geburtsort > Vinţu de Jos
  • Sterbeort > Cămăraşu

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