Kesslitz, Wilhelm von

Kesslitz Wilhelm von, Admiral. * Neutitschein (Nový Jicín, Mähren), 26. 5. 1862; † Graz, 4. 3. 1944.

Wurde 1880 aus der Marineakad. Fiume als Seekadett ausgemustert, 1884 Linienschiffsfähnrich, 1891 Linienschiffslt., 1903 Korvettenkapitän, 1907 Fregattenkapitän, 1912 Linienschiffskapitän, 1917 Konteradmiral. K. stud. 1891–93 an der Univ. Wien Erdmagnetismus und prakt. Astronomie und nahm an drei Reisen österr. Kriegsschiffe teil: 1881/82 auf S.M.S. Fasana, 1887/88 auf S.M.S. Albatros und 1894/95 an einer geolog. Expedition auf S.M.S. Fasana. 1882–87 und 1889–94 wirkte K. am hydrograph. Amt in Pola, Abt. Sternwarte. 1895 wurde er an die von ihm geschaffene Abt. Geophysik versetzt, wo er bis 1914 tätig war und 1903 provisor. Vorstand, dann Vorstand wurde. 1914–17 war K. Dir. des hydrograph. Amtes. 1917 i.R., machte er jedoch noch bis 1918 Dienst. K. machte sich besonders um die Erforschung des Erdmagnetismus verdient und führte 1893 Pendelbeobachtungen am Militärgeograph. Inst., 1889 die magnet. Vermessungen Dalmatiens, 1890 Istriens und der Ostküste Italiens sowie 1893 im Auftrage der Akad. d. Wiss. Vermessungen von Bosnien und der Herzegowina durch und nahm 1907 die magnet. Deklinationsbestimmungen in Dalmatien vor. Er schuf im hydrograph. Amt eine Wetterkartenkartothek, welche die Möglichkeit zu einer Verbesserung der Wetterprognosen bieten sollte und später vielfach nachgeahmt wurde. Nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst führte er im Dienst der steir. Wasserkraft- und Elektrizitätsges. hydrolog. und meteorolog. Arbeiten durch und stellte Gleichungen für die Vorausberechnung des Abflusses der österr. Alpenflüsse auf. Ab 1940 für die Alpen-Elektro-Werke tätig, übernahm er die hydrolog. Berechnungen der Alpenbäche. K., vielfach ausgezeichnet und schon frühzeitig international anerkannt, wurde 1901 korr. Mitgl. der Zentralanstalt für Meteorol. und Erdmagnetismus, 1904 korr. Mitgl. des Istituto solar international in Montevideo, 1905 Mitgl. der internationalen erdmagnet. Komm., 1910 Mitgl. der österr. Komm. für die durch österr. und italien. Ozeanographen und Biologen durchzuführende Erforschung der Adria, 1914 korr. Mitgl. des ung. Adriaver., 1916 korr. Mitgl. der Geograph. Ges., 1918 korr. Mitgl. der Akad. d. Wiss. in Wien.


Literatur: Grazer Tagespost vom 7. 3. 1944; Völk. Beobachter vom 11. 3. 1944; Almanach Wien, 1942, 1944; Selbstbiographie bei der Österr. Akad. d. Wiss., Wien I.; K.A. Wien.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 14, 1964), S. 311

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