Gyulai, Paul von

Gyulai Paul von, Schriftsteller. * Klausenburg (Cluj, Siebenbürgen), 1. Jännerhälfte 1826; † Budapest, 9. 2. 1909.

Stud. zuerst Jus, dann Theol., wurde schließlich calvin. Prediger. Seit 1842 erschienen seine Gedichte und kleinere Arbeiten in verschiedenen Blättern; bereits vor 1846 mit drei Preisen ausgezeichnet, erregten seine Arbeiten beträchtliches Aufsehen. 1847 Lehrer am reformierten Kolleg in Klausenburg und Mitgl. der Redaktion des „Erdélyi Hiradó“ (Siebenbürger Bote), war er 1848 einer der Führer der Siebenbürger ung. Jugend und agitierte unermüdlich für eine Union mit Ungarn. Nach 1850 begann G., der 1852 nach Pest übersiedelte, seine Tätigkeit als Kritiker. Er gründete mit A. Pákh die kurzlebige „Szépirodalmi Lapok“ (Belletrist. Blätter) und entwickelte eine fruchtbare krit. Tätigkeit. 1858–62 wirkte er in Klausenburg, dann wieder in Pest, zuerst als Prof. am reform. Gymn., 1864 als Vizedir. der Schauspielakad. G. redigierte 1872–82 gem. mit L. Arany die „Magyar népköltési Gyüjtemény“ (Smlg. ung. Volksdichtung). 1873 Vizepräs. der Kisfaludy-Ges. und Redakteur der Z. „Budapesti Szemle“ (Budapester Rundschau). G., der größte ung. Kritiker des Jhs., wurde 1867 Mitgl., 1870 Klassensekretär der Ung. Akad. der Wiss., 1879 Präs. der Kisfaludy-Ges., 1876 Prof. für ung. Literaturgeschichte der Univ. Budapest, 1883 Mitgl. des Magnatenhauses.


Literatur: F. Riedl, G. P., in: Budapesti Szemle, 1910; D. Angyal, G. P., ebenda, 1911; F. Papp, G. P., 2 Bde., 1935–41; Révai 9; Szinnyei 4; J, Pintér, Magyar irodalom története (Ung. Literaturgeschichte) 7, 1934; Wurzbach; Cassell.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 7, 1958), S. 114

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