Gruber von Menninger, Ignaz Frh.

Gruber von Menninger Ignaz Frh., Finanzpolitiker. * Wien, 8. 9. 1842; † Wien, 18. 3. 1919.

Sohn des Otologen Ignaz G. (s. d.), Bruder des Architekten Franz v. G. (s. d.) und des Hygienikers Max v. G. (s. d.). Nach jurid.-polit. Stud. 1888 Dr.jur., seit 1865 als Rechtspraktikant im Staatsdienst des Landesgerichtes Wien, sodann am Kreisgericht Eger; 1871 infolge Krankheit in den Ruhestand versetzt. Nach Genesung jahrelange statist. und volkswirtschaftliche Stud., 1888 neuerlich Eintritt in den Staatsdienst als Konzeptspraktikant der Statist. Zentralkomm., 1890 Einberufung ins k. k. Finanzmin. als Referent für Bank- und Valutaangelegenheiten und Priv. Doz. für Statistik an der Univ. Wien, 1899 Regierungskomm. bei der Österr.-ung. Bank, 1902 Sektionschef der Kreditsektion, 1902 tit. o. Prof., 1908 nob., 1910 i.R., 1910 Geh. Rat und Vize-Gouverneur der Österr.-ung. Bank, 1917 Frh. G. war eine in Fachkreisen anerkannte Autorität in währungspolit. Fragen und war besonders in der Zeit seiner Leitung der Kreditsektion an allen finanzpolit. Operationen des Staates maßgeblich beteiligt, so bei der Durchführung der Valutaregulierung, an der Rentenkonversion von 1903, bei den Wirtschaftsverhandlungen mit der ung. Reichshälfte, bei der Verlängerung des Privilegiums der Österr.-ung. Bank. Ferner erfolgreiche Tätigkeit auf dem Gebiete des Verkehrswesens bei der Erneuerung des Lloydvertrages und anläßlich der Verstaatlichung der drei großen Privatbahnen. Daneben war G. in seiner Eigenschaft als Univ.-Prof. unausgesetzt wiss. tätig.


Literatur: Wr.Ztg. vom 18. 3. 1919; F. Fellner, Das polit. Tagebuch Josef Redlichs 1908–19, Bd. 2, 1954, s. Reg.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 6, 1957), S. 84f.

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