Ehrlich, Heinrich

Ehrlich Heinrich, Komponist und Musikschriftsteller. * Wien, 5. 10. 1822; † Berlin, 30. 12. 1899.

Kompositionsschüler von K. von Bocklet, S. Thalberg und S. Sechter, wurde 1852 hannoverscher Hofpianist, ging 1855 nach Wiesbaden, 1857 nach England und kam über Frankfurt a. M. 1862 nach Berlin, wo er zunächst als politischer Korrespondent deutscher und ausländischer Zeitungen, von 1864–72 und 1886–98 aber als geschätzter Klavierlehrer am Stern'schen Konservatorium wirkte. E. war Lehrer von Paul Marsop, Willibald Nagel u.a., verfaßte wertvolle Lehrwerke für den Klavierunterricht und lenkte als Musikschriftsteller seine Aufmerksamkeit vor allem auf Fragen der Musikästhetik und Aufführungspraxis alter Musik. In essayistischen Abhandlungen und belletristischen Schriften sagte er Wesentliches zur Musiksoziologie des 19. Jahrhunderts.


Literatur: R. Stern, Beiträge zu einem Tonkünstler-Lexikon, in: Neue Berliner Musikztg. 44, 1890, S. 234; H. E. ebenda 45, 1891, S. 367f.; Zum 70. Geburtstage H.E.s, ebenda 46, 1892, S. 519f.; H. Ehrlich, Dreißig Jahre Künstlerleben, 1895; Abert; Frank Altmann; Mendel; Moser; Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Reißmann; Riemann: Baker; Grove; Thompson; Schmidl; Wininger; Brümmer.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 229f.

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