Brestel, Rudolf

Brestel Rudolf, Politiker. * Wien, 16. 5. 1816; † Wien, 3. (oder 4.) 3. 1881.

Dr. phil., 1836–40 Ass. an der Wr. Sternwarte, 1844 suppl. Prof. der Mathematik an der Univ. Wien; wurde 1848 in den Reichstag gewählt und spielte in Wien u. Kremsier eine hervorragende Rolle. Als Prof. enthoben, brachte er sich mit publizistischen Arbeiten fort; 1856 Sekretär der neugegründeten Kreditanstalt für Handel und Gewerbe, seit 1869 Abg. im n.ö. Landtag und 1869–81 im Reichsrat, 1868 Finanzmin. im Bürgermin.; führte die Zinsenreduktion in Form einer Erhöhung der Kuponsteuer von 7 auf 10% durch, die durch Konversion aller Arten von Staatsschulden in eine einheitliche Rentenschuld auf nahezu 20% gesteigert wurde. Es gelang ihm, im Budget für 1870 das tatsächliche Defizit auf 3–4 Mill. fl. herabzumindern. Als im Kabinett zwischen der zentralistischen Mehrheit und der föderalistischen Minderheit Differenzen entstanden, hielt er zur ersteren, trat Anfang 1870 in das Kabinett Hasner ein und erhielt mit diesem im April 1870 seine Entlassung. Im Abgeordnetenhaus trat er nach 1870 hauptsächlich im Kampf gegen das Min. Hohenwart-Schäffle hervor.


Literatur: Wr.Ztg. vom 4. 3.1881; S. Gold, R.B. als Finanzmin., Diss. Wien, 1936; Wurzbach; A.Beer, Der Staatshaushalt Österr.-Ungarns seit 1868, 1881; Uhlirz, s. Reg.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 2, 1954), S. 113

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