Adámek, Karel Václav

Kulturhistoriker, Volkskundler und Jurist, geb. 19.9.1868 in Hlinsko, gest. 18.12.1944 in Hlinsko

Sohn von ¿Karel Adámek und Theresia Adámek, geb. Šluliková, Bruder des Gymnasialprofessors und Literaturhistorikers Jaroslav Adámek (1877–1954), Neffe von ¿Bohumil Adámek. – A. besuchte 1881–86 das Realgymnasium in Chrudim, studierte danach bis 1890 an der Prager tschechischen Universität Jus und hörte auch Vorlesungen in Geschichte (Dr. iur. 1896). 1892 absolvierte er sein Praxisjahr am Chrudimer Bezirksgericht und war 1893–97 als Rechtsanwalt in Hlinsko, 1897–1900 in Chrudim (in der Kanzlei ¿Karel Pippichs) tätig. 1900 gründete er seine eigene Kanzlei in Hlinsko, die er bis 1928 führte. Schon als Gymnasiast hatte er sich mit der regionalen Volkskunde und Kulturgeschichte befasst. 1888 gründete er zusammen mit ¿Josef Ladislav Píc und František Paris den Kulturverein Spolecnost prátel starožitností ceských, dessen erster Geschäftsführer er wurde; der Verein hielt 1893 die erste tschechische museologische Tagung in Hlinsko ab. Im 1. Weltkrieg wurde A. zum Konservator des Archivrats für die politischen Bezirke Chrudim, Hohenmauth und Policka ernannt. A. publizierte mehr als 70 Artikel in verschiedenen Periodika (u. a. „Casopis Národního musea“, „Casopis spolecnosti prátel starožitností“, „Ceský casopis historický“, „Casopis matice moravské“, „Kvety“, „Literární listy“, „Památky archaeologické a místopisné“, „Samostatnost“, „Sokol“) mit einer breiten Themenvielfalt zur Kultur Ostböhmens vom Mittelalter bis zur Gegenwart (Wohnkultur, Tracht, geheimer Deismus, Volksmärchen und -sagen). Oftmals belegte er die Ergebnisse seiner Recherchen durch die Edition verschiedener Quellen. Er unternahm mehrere Forschungsreisen nach Deutschland und Polen, in die Schweiz, die Slowakei, die Ukraine, nach Ungarn sowie Wien und gab mehrere regional-volkskundliche Sammelbände und Zeitschriften heraus. Er interessierte sich auch für Archäologie sowie Museologie und begründete gemeinsam mit seinem Vater den volkskundlichen Verein Národopisný odbor Hlinecka. Weiters zählte er 1895 zu den Organisatoren der volkskundlichen Ausstellung Národopisná výstava ceskoslovanská in Prag. Ab 1919 gehörte er der topographischen Kommission der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Místopisná komise, Ceská akademie ved a umení) an. 1927 wurde er zum Mitglied der Königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften (Královská ceská spolecnost nauk) ernannt. A. war auch Herausgeber einiger juristischer Schriften sowie von Lehrbüchern über Urheberrecht und zu landwirtschaftlichen Themen. Sein einziges Drama „Vretenov“ blieb unveröffentlicht.

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  • Geburtsort > Hlinsko
  • Sterbeort > Hlinsko

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