Tschuppik, Friedrich

Tschuppik Friedrich, Forstwirt. Geb. Prag, Böhmen (Praha, CZ), 6. 3. 1816; gest. Wien, 11. 10. 1882.

Jüngster Sohn des Gubernial-Registrators Franz T. – T. besuchte nach dem Gymn. zwei Jahre das Polytechnikum in Prag und war anschließend mit Taxations- und Forsteinrichtungsarbeiten beschäftigt. 1840 Oberförster der Stadt St. Joachimsthal (Jáchymov), wurde er mit der Einrichtung der angrenzenden Staatsforste beauftragt. 1850–52 besorgte er in den Montanforsten von Zbirow (Zbiroh), Wossek (Osek), Točnik (Točník) und Miröschau (Mirošov) die Forsteinrichtung sowie Ertragsregelung, womit er sich den Ruf einer Autorität im Forsteinrichtungswesen erwarb. 1852 zum Oberförster und 1854 zum Forstmeister in Zbirow ernannt, gelang es T., die Erträge dieser Montanforste bedeutend zu steigern, indem die wertvollen Nutzhölzer nicht verkohlt, sondern verkauft wurden. Damit waren starke Interessenskonflikte mit der Bergwerksdion. verbunden, und es gelang ihm i. d. F. nicht, 1869 den Verkauf dieser wertvollen Staatsforste zu verhindern. Im selben Jahr wurde T. als Forstreferent der Statthalterei in Prag zugeteilt und 1870 in ähnl. Eigenschaft in das Finanzmin. nach Wien berufen, wo er die Nachfolge von →Rudolf v. Feistmantel antrat. Dort widmete er sich u. a. der Reorganisation der österr. Staatsforstverwaltung, wobei es zu einer Auseinandersetzung mit Feistmantel über den Wienerwald kam, die schließl. auch in der Tagespresse ihren Niederschlag fand. Trotz Unterstützung bekannter Forstmänner wurde T. unpopulär und ein Opfer der Hetzpresse. Schwer getroffen, schied er 1872 aus dem Staatsdienst. Im selben Jahr übernahm er in Böhmen und Galizien als Domänengen.dir. die Verwaltung großer Waldherrschaften, die ab 1873 als „Waldindustrieverein“ dem Bankhaus Liebig & Co. gehörten.


Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 494f.

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  • geboren in > Prag
  • gestorben in > Wien