Tschurtschenthaler, Johann

Tschurtschenthaler Johann, Politiker und Bankdirektor. Geb. Innsbruck (Tirol), 8. 1. 1828; gest. ebd., 27. 9. 1893.

Sohn des Handelsmanns Simon T. und von dessen Frau Aloisa T., geb. Preyer. – T. stud. ab 1847 an der Univ. Innsbruck Jus; 1853 Dr. iur. 1848 nahm er mit der Akadem. Legion an den Kämpfen in Norditalien teil. Ab 1862 war T. Mitgl. im Innsbrucker Gmd.rat, ab 1867 Vizebgm. und ab 1869 Bgm. Im März 1871 fand anlässl. des Friedensschlusses zwischen Dtld. und Frankreich in Innsbruck eine von den Dt.nationalen veranstaltete „Friedensfeier“ (Fackelzug und Bergbeleuchtung) statt, an der sich T. beteiligte. Daraufhin warf Statthalter →Caspar Gf. zu Lodron-Laterano den dt.national Gesinnten und auch T. Illoyalität gegenüber Österr. vor. T. legte i. d. F. aus Protest das Bgm.amt nieder und gab sämtl. Ausz. und das Res.off.patent zurück. 1872 wurde er neuerl. zum Bgm. gewählt und 1875 für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Anschließend war T. im Rechts- und Finanzkomitee der Stadt erfolgreich tätig. In seine Zeit als Bgm. fallen mehrere für die Stadt bedeutende Neuerungen (Innregulierung, Errichtung einer med. Fak., Reorganisation der Stadtverwaltung). 1862–72 sowie 1875–76 war er Vorstandsmitgl., 1872–75 Obervorsteher und 1877–92 1. Dir. der Sparkasse der Stadt Innsbruck. T. prägte die neuen Statuten und die Instruktionen für die Beamtenschaft der Sparkasse und war an mehreren bedeutenden Baumaßnahmen der Bank federführend beteiligt (Schmerlingblock, Innsbrucker Innenstadt). 1871 erhielt er den Orden der Eisernen Krone III. Kl.


Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 496

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