Treo, Wilhelm

Treo Wilhelm (Viljem), Baumeister. Geb. Laibach, Krain (Ljubljana, SLO), 2. 8. 1845; gest. ebd., 9. 8. 1926; röm.-kath.

Sohn von Anton T. (geb. Moggio, Venetien / Moggio Udinese, I, 16. 10. 1806; gest. Laibach, 30. 9. 1888), städt. Maurermeister, und von der aus Klagenfurt stammenden Anna T., geb. Richter, Vater des Baumeisters Roman T. (gest. 1924). – Nach Besuch der Realschule (ab 1858) bildete sich T. an der Baugewerkschule (Abt. für Bauwesen) im niedersächs. Holzmünden (Holzminden) weiter und war danach im Unternehmen seines Vaters in Laibach tätig; 1869 Baumeisterkonzession. 1873 wurde die Krain. Bauges. gegr., die das Bauunternehmen mit dem gesamten Inventar und Baumaterial von T.s Vater übernahm, unbebaute Grundflächen kaufte und darauf Mietwohnhäuser errichtete. I. d. F. wirkte er als deren erster Baumeister bzw. techn. Leiter und war für alle bis 1890 ausgeführten Bauten der Ges. verantwortl. (viele entstanden auch nach seinen eigenen Planungen). 1891–1920 arbeitete er als selbstständiger Baumeister. T. gehört zu den wichtigsten Baumeistern in Laibach vor dem Erdbeben von 1895: In dieser Zeit wurden zahlreiche Stadtviertel und Straßen neu geplant und die damals errichteten Gebäude prägen noch heute die Architektur der Stadt. Zu Beginn des 20. Jh. hatte T.s Baufa. rund 150 Mitarb. und zählte zu den Laibacher Großbauunternehmen. Sein Œuvre umfasst Privat- sowie öff. Gebäude im Stil des Historismus: u. a. die Oberrealschule (1871−74), die Krainer Sparkasse (1879−80), den Städt. Schlachthof (1880−81, zerstört), das Landesmus. Rudolfinum (1883−85), die Inf.-Kaserne in der Vorstadt Tabor (1882−95), das Kinderkrankenhaus (1887–88), das Hotel Union (1903–04) sowie die Volkskreditanstalt (1907–08); die beiden Letzten wurden nach Plänen des Architekten Josip Vancaš ausgeführt. Weiters war er an der Errichtung des Gebäudes der Philharmon. Ges. (1889–91, nach Plänen von Adolf Wagner; Tle. des von T. eingereichten Entwurfs wurden dabei berücksichtigt) beteiligt. Auch im sakralen Bereich war T. tätig, so errichtete er etwa 1907 die Kirche Zum hl. Antonius von Padua (nach Plänen von →Johann Pascher) und war einer der Baumeister, die nach den Plänen des Turiner Architekten Mario Ceradini in Rakovnik die Kirche Mariahilf ausführten (1904−08, 1924). 1885 baute er in Fiume (Rijeka) nach den Plänen von →Ferdinand Fellner d. J. und →Hermann Helmer das Stadttheater.


Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 455

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