Toman, Aleksander

Toman Aleksander, Publizist und Agronom. Geb. Steinbüchl, Krain (Kamna Gorica, SLO), 25. 2. 1851; gest. Ljubljana, Kg.reich Jugoslawien (SLO), 14. 5. 1931; röm.-kath.

Sohn des Grundbesitzers Janez T. und seiner Frau Marija T., geb. Rabič, Neffe von →Lovro T. – Nach Besuch der Realschule in Laibach (1863–68) absolv. T. die landwirtschaftl. Akad. in Ung. Altenburg (Mosonmagyaróvár) und begann als Agronom in Slawonien zu arbeiten. 1875 schloss er sich dem serb. Aufstand in Bosnien gegen das Osman. Reich an, nach der Okkupation Bosniens und der Herzegowina durch Österr. (1878) emigrierte er. T. lebte ab 1883 in den USA, zunächst in New York als gewerbl. Zeichner, ab 1892 für einige Jahre in Tower, MN. Als Journalist war er für Z. der südslaw. Emigration tätig („Amerikanski Slovenec“, „Glas svobode“, „Yugoslav Review“, „Glas naroda“) und gab 1901 in Pueblo, CO, die WS „Mir“ heraus. In Chicago red. er im selben Jahr kurzzeitig die erste slowen. sozialist. Z. in den USA „Zora“ sowie 1905–06 in Pittsburgh, PA, das Wochenbl. „Delavski prijatelj“. 1904 war T. in Chicago an der Gründung der Slovenska narodna podporna jednota (Slovene National Benefit Society), eines liberal orientierten Sozialversicherungsverbands, beteiligt. 1907 gründete er die Z. „Jugoslovanski gospodar v Ameriki“ und warb auf der Grundlage eines Vertrags mit der Southern Pacific Railroad für die Niederlassung von Slowenen in Missouri und Texas; wegen undurchsichtiger Aktienspekulationen verloren jedoch die Anleger (unter ihnen auch T.) ihr gesamtes investiertes Vermögen. T. lebte anschließend in London und schrieb u. a. Artikel für die „Review of Reviews“ über die Situation auf dem Balkan. 1910 kehrte er in seine Heimat zurück, wo er Arbeit bei der k. k. Landwirtschaftsges. in Krain (C. kr. kmetijska družba kranjska) fand und den Export der Krainer Grauen Alpenbiene (Apis mellifera carnica) propagierte. I. d. F. schrieb er für slowen. Ztg. des liberalen Spektrums (u. a. „Slovenski narod“, „Jutro“) Artikel über das Leben der Slowenen in den USA und verf. bzw. übers. Broschüren und Fachartikel zur Imkerei. 1914 wurde er wegen proserb. Äußerungen zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach dem 1. Weltkrieg war T. zumeist arbeitslos und wurde erst 1925 als „nationaler Arbeiter“ anerkannt, wodurch er eine bescheidene Pension erhielt. Er starb im städt. Armenasyl in Ljubljana.


Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 381f.

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  • geboren in > Kamna Gorica
  • gestorben in > Ljubljana