Costa, Etbin Henrik

Costa Etbin (Ethbin) Henrik (Joseph Anton), Jurist, Politiker und Historiker. Geb. Rudolfswert, Krain (Novo mesto, SLO), 18. 10. 1832; gest. Laibach, Krain (Ljubljana, SLO), 28. 1. 1875; röm.-kath.

Sohn des Oberamtsdirektors, Historikers und Heimatkundlers Henrik Costa (geb. Laibach, 21. 5. 1799; gest. ebd., 21. 4. 1871) und der Josepha Costa, geb. Poll. – Nach der Matura am Laibacher Gymnasium 1848 studierte er ab 1850 Philosophie und Rechtswissenschaften in Graz; 1853 Dr. phil., 1855 Dr. iur. In der Folge wurde ihm die Stelle eines Professors für Deutsche Rechtsgeschichte an der Universität Krakau angeboten, doch C. lehnte ab und eröffnete stattdessen eine Anwaltskanzlei in Laibach. Er begann sich politisch zu engagieren und wurde für die Narodna stranka (Nationalpartei) unter Führung von →Johann Bleiweis aktiv. C. avancierte zu dessen Schützling, was ihm zu einem raschen politischen Aufstieg verhalf: 1863–73 Reichsratsabgeordneter, 1864–75 Landtagsabgeordneter, 1864–69 Laibacher Bürgermeister, ab 1866 Landeshauptmannstellvertreter. C. hatte den Vorsitz bzw. Vizevorsitz in mehreren, teilweise von ihm mitbegründeten Vereinigungen inne, so im Pravno društvo (Juristische Gesellschaft, ab 1861), im Južni Sokol (Südlicher Falke, 1863–67), in der Slovenska matica (1869–75), im Kmetijsko društvo (Landwirtschafts-Gesellschaft) sowie in der Versicherungsbank Slovenija und im Historischen Verein für Krain, dessen „Mittheilungen“ er auch redigierte. Daneben verfasste er zahlreiche wissenschaftliche Artikel, z. B. über die Geschichte der krainischen Landstände oder die Reformation, sowie Broschüren über die Adelsberger Grotte und den Besuch des Kaiserpaars in Krain. C. zählte zu den katholisch-konservativen slowenischen Politikern, setzte sich intensiv für das Slowenentum ein und galt deshalb als nationaler Erwecker. Er gehörte zu den zentralen slowenischen politischen Figuren seiner Zeit, war ein enger Vertrauter Bleiweisʼ und dessen wichtigster Mitarbeiter. Gegen politische Gegner zögerte er nicht, alle Mittel einzusetzen, so z. B. gegen die slowenische liberale Partei und deren Vertreter →Fran Levstik, der ihn offen kritisierte. C. opponierte auch wiederholt gegen die Deutschen in Krain und deren Organisationen. Die dadurch ausgelöste sogenannte Jantschberg-Josephsthaler-Affäre kostete C. das Bürgermeisteramt. Andererseits war er einer der Mitbegründer der deutschsprachigen Zeitschrift „Triglav“. Er war Ehrenmitglied mehrerer Vereine, Träger des päpstlichen Gregorius- sowie des mexikanischen Guadalupe-Ordens und wurde 1866 zum Ritter des Franz Joseph-Ordens ernannt.


Referenz: ÖBL Online-Edition, Lfg. 4 (30.11.2015)

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  • geboren in > Novo mesto
  • gestorben in > Ljubljana