Teichgräber, Franz von

Teichgräber Franz von, Admiral. Geb. Veszprim (Veszprém, H), 15. 9. 1866; gest. Wien, 10. 5. 1941; röm.-kath.

Sohn des Postkontrolleurs Hermann T. (1823–1889) und von Therese T., geb. Thomer (1841–1907); ab 1897 verheiratet mit Maria Beszták (1876–1966). – Nach Besuch des Realgymn. in Mähr. Schönberg (Šumperk) und der Marineakad. in Fiume (Rijeka) 1881–85 war T. auf zahlreichen kleineren Fahrzeugen eingeschifft, wurde 1889 Linienschiffsfähnrich und besuchte den Torpedo- und Seeminenkurs. Er spezialisierte sich fortan im Gebrauch dieser Waffe und diente wiederholt auf den damals neuartigen Torpedobooten. 1896–97 hörte er an der Univ. Wien naturwiss. Vorlesungen, u. a. aus allg. Geol., Meteorol., Mathematik und Astronomie. 1897–1900 unterrichtete er an der Marineakad. Physiographie des Meeres (1898 Linienschiffslt.) und machte 1900 auf dem großen Kreuzer „Kaiserin Elisabeth“ die Expedition zur Bekämpfung des Boxeraufstands in China mit. Im Wechsel von Einschiffungen und Landverwendungen erhielt er 1909 das Kmdo. über Torpedofahrzeuge (1907 Korvetten-, 1910 Fregatten-, 1913 Linienschiffskapitän), vertrat 1911–12 den Vorstand der Präsidialkanzlei der Marinesektion im Reichskriegsmin. und wurde 1912 zunächst Kreuzer-, dann Linienschiffskmdt. 1913 zum Vorstand der II. Geschäftsgruppe (Technik) der Marinesektion ernannt, übernahm er nach Kriegsausbruch 1914 das Kmdo. des Linienschiffs „Erzherzog Karl“, das als Flaggenschiff des II. Geschwaders fungierte und mit dem er nach dem Kriegseintritt Italiens im Mai 1915 den Angriff auf Ancona mitmachte. Danach war er zur Untätigkeit im Hafen von Pola (Pula) verurteilt, auch als er 1917 das Kmdo. über das modernere Schlachtschiff „Szent István“ erhielt; 1917 Konteradmiral. Von Oktober 1917 bis März 1918 war T. erneut Vorstand der II. Geschäftsgruppe, danach bis Kriegsende Stellv. des Chefs der Marinesektion, Anfang November erhielt er den Vizeadmirals-Titel. 1919 trat er i. d. R. 1914 mit dem Orden der Eisernen Krone III. Kl. ausgez., wurde er 1918 nob. und erhielt das Ritterkreuz des Leopold-Ordens.


Literatur: W. Wagner, Die obersten Behörden der k. u. k. Kriegsmarine 1856–1918, 1961, S. 138, 142; A. Schmidt-Brentano, Die österr. Admirale 3, 2005, S. 137ff. (m. B.); KA, Wien.
Autor: (A. Schmidt-Brentano)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 229

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  • geboren in > Wesprim
  • gestorben in > Wien