Szinnyei, József d. Ä.

Szinnyei József d. Ä., bis 1848 Ferber, offizielle Namensänderung 1868, Bibliograph. Geb. Komorn, Ungarn (Komárno, SK), 18. 3. 1830; gest. Budapest (H), 9. 8. 1913.

Sohn eines Kleinunternehmers aus Komorn, Vater von →József S. d. J. und Ferenc S. (s. u. József S. d. J.). – S. besuchte 1839–45 das Benediktinergymn. in Komorn; 1840–42 war er in Neutra (Nitra), um Slowak. zu lernen. 1845 begann er phil. Stud. an der Univ. Pest, wechselte aber bereits im folgenden Jahr an die kgl. Akad. in Raab (Gyor), wo er bis 1848 Phil. und Rechtswiss. stud. (kein Abschluss). Während der Revolution von 1848 diente er bei der ung. Nationalgarde in Komorn, wo er zum Oblt. aufstieg; nach der Kapitulation der Stadt wurde er amnestiert. Danach arbeitete S. 1849–53 im Anwaltsbüro seines Schwagers in Komorn und 1855–64 bei einem Anwalt in Preßburg. Ab 1864 war er als Angestellter einer Versicherungsges. tätig und lebte ab 1869 in Pest (Budapest). Während seines Preßburger Aufenthalts begann er, sich mit Geschichte und Geneal. zu beschäftigen, und wurde Mitarb. des großen genealog. Werks von →Iván Nagy v. Felsogyor. Ab 1862 war S. für die Ztg. „Vasárnapi Ujság“ tätig und befasste sich mit den Bereichen Zeitschriften, Zeitschriftenliteratur, Biographie und Bio-Bibliographie, die später seine Haupttätigkeitsfelder wurden. Ab 1872 wirkte er an der Univ.bibl. Budapest und wurde 1874 prov., 1879 def. zum 1. Kustos ernannt. In dieser Funktion bemühte er sich um die Organisation einer Zeitschriftenbibl., in der sämtl. Periodika des Landes gesammelt werden sollten. Ab 1888 war er Kustos der Zeitschriftenbibl. des Ung. Nationalmus., ab 1901 dirigierender Kustos und ab 1910 Dir. der Mus.abt. S. erstellte 1873–1913 jährl. das Verzeichnis der in Ungarn erschienenen Z. und publ. mehrere Zeitschriftenrepertorien. Sein größtes und bis heute oft verwendetes Werk ist das biograph. Lex. der ung. Schriftsteller „Magyar írók élete és munkái“, 14 Bde., 1891–1914. 1897 wurde er zum kgl. Rat ernannt. 1899 k. M. der MTA, 1907 Ehrenmitgl. der Petofi-Ges. S. gilt als Begründer der wiss. Biographik und Bibliographie in Ungarn. Seine 60 Bde. umfassenden Tagebücher, die sich heute in der Hss.smlg. der MTA befinden, sind eine wichtige Quelle für das wiss. Leben seiner Zeit.


Werke: Weitere W. (s. auch Szinnyei; Markó): Hazai és külföldi folyóiratok tudományos repertóriuma, 3 Bde., 1874–76; Hírlapirodalmunk 1848–49-ben, 1877; Komárom 1848–49-ben, 1887; etc.
Literatur: NFP (A.), WZ, 9. 8. 1913; M. Életr. Lex. (m. B.); Pallas; Szinnyei (m. W.); L. Abafi, Idosb S. J., 1881; Komárom vármegye és Komárom sz. kir. város, ed. S. Borovszky, (1907), S. 357 (m. B.), 363f.; J. Pintér, Idosb S. J. emlékezete, 1914; G. Bona, Hadnagyok és fohadnagyok az 1849/49. évi szabadságharcban 3, 1999 (m. B.); L. Markó u. a., A MTA tagjai 1825–2002, 3, 2003 (m. B., W. u. L.); Magyar Nemzeti Múz., UA, beide Budapest, H.
Autor: (I. Fazekas)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 160f.

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  • geboren in > Komorn
  • gestorben in > Budapest