Szalay, Fruzina

Szalay Fruz(s)ina, Schriftstellerin. Geb. Kaposvár (H), 10. 9. 1864; gest. ebd., 10. 7. 1926.

Tochter der Schriftstellerin Atala Kisfaludy (geb. Köttse/Kötcse, H, 1836; gest. Kaposvár, 18. 2. 1911) und des Anwalts Károly S. (geb. Dég, H, 3. 6. 1813; gest. Budapest, H, 6. 9. 1906); verheiratet mit dem Rechtsanwalt Károly Obetkó. – S., die privat unterrichtet wurde, führte ein sehr zurückgezogenes Leben in Kaposvár. 1889 unternahm sie eine Reise zur Weltausst. nach Paris, auf der sie einem Komitee von Schriftstellern und Künstlern angehörte, das →Lajos Kossuth v. Udvard u. Kossut in seinem Turiner Exil besuchte. Ab 1890 war sie ständige Mitarb. der Literaturz. „A hét“ und veröff. mehrere Ged. sowie Übers. (u. a. von Charles Leconte de Lisle und Sully Prudhomme) in diversen Z. („Koszorú“, „Fovárosi Lapok“ etc.). 1892 erhielt sie für ihre Verserz. „Madame Réale“ (aus dem Ged.bd. „Versek“, 1894) den Preis der Preßburger Toldy-Ges. Über ihre Reise 1897 nach Paris, wo sie eine Ausst. ung. Maler (u. a. →József Rippl-Rónai und →László Mednyánszky v. Mednye u. Medgyes) und die Künstler privat besuchte, berichtete sie in einer Reportage in „A hét“ (Jg. 8, 1897, H. 23). S., die wegen einer schweren Lungenerkrankung ihre Wohnung ab 1920 kaum mehr verlassen konnte, zählt neben Minka Czóbel zu den ersten bedeutenden Vertreterinnen der ung. Frauenliteratur, die primär für sich selbst und ohne äußere Ziele dichteten. S.s Lebensführung prägte ihre Lyrik, in der sie neuromant. Empfindsamkeit im Stile →Gyula Reviczkys mit feinfühligen Schilderungen meteorolog. und phys. Phänomene verbindet. Ihre Poesie zeichnet sich durch eine charakterist. Melancholie und Düsternis aus, mit der sie reale Gegebenheiten ästhetisiert (z. B. in „Út az égbe“ aus dem Ged.bd. „Versek“, 1894). Naturerscheinungen werden – tw. iron. gebrochen – als Metapher psych. Vorgänge dargestellt (z. B. „Köd“, in: „A hét“ 1, 1890, H. 47, S. 323). S. gilt als eine bedeutende impressionist. Lyrikerin sowie als Vorläuferin des ung. Fin de Siècle, v. a. als Wegbereiterin Endre Adys (→Andreas Ady).


Werke: Weitere W.: Egy marék virág, 1897; Bébi és Micóka, 1906; etc.
Literatur: M. Életr. Lex. I, II (m. B.); Szinnyei; F. Biczó, S. F. – irodalomtörténeti értekezés, 1933; A magyar irodalom története 4 (1849–1905), 1965, s. Reg.; P. Pór, in: Irodalomtörténeti közlemények 71, 1967, H. 1, S. 61ff.; A. Fábri, „A szép, tiltott táj felé ...“ – a magyar írónok története két századforduló között, 1996, S. 159ff.; Új magyar irodalmi lex. 3, 2. Aufl. 2000; Új magyar életrajzi lex. 6, 2007.
Autor: (T. Harmat)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 109

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