Sumín, Jiří

Sumín Jirí, Ps. Serafína (Fina) Svitavská, Jar. Svitavská, Schriftstellerin. Geb. Uhricitz, Mähren (Uhricice, CZ), 9. 10. 1863; gest. Prerov, Tschechoslowakei (CZ), 11. 11. 1936.

Hieß eigentl. Amalie Vrbová. Tochter eines Müllers. – Nach dem Besuch mehrerer Gmd.schulen absolv. S. die höhere dt. Mädchenschule der Borromäerinnen in Friedland (Frýdlant nad Ostravicí) und zog 1882 nach der Scheidung ihrer Eltern nach Prerau (Prerov), wo sie abseits literar. Kreise und unverheiratet lebte. Sie eignete sich autodidakt. eine umfangreiche Bildung an und engagierte sich in Prerauer Volksbildungs- und Theaterver. (u. a. Matice ceská, Ctenárský spolek sowie Ochotnický spolek Tyl). S. unternahm mehrere Reisen ins Ausland (Dtld., Frankreich, Polen) und führte eine umfangreiche Korrespondenz mit einem großen Freundeskreis, u. a. mit Emil Tréval und Antonín Veselý. Mit František Bílý, dem Vertreter der sog. Mähr. Kritik, pflegte sie eine enge Freundschaft. S., die ihren Künstlernamen Józef Ignacy Kraszewskis Roman „Dziwadla“ entlieh und ab 1888 verwendete, veröff. in Z. und Almanachen des tschech.sprachigen Milieus Mährens („Domácí hospodyne“, „Vesna“). Ihr dramat. Versuch „Tajný snatek“ (1889) blieb hingegen erfolglos. Ab den 1890er-Jahren publ. sie in diversen Z. („Kvety“, „Lumír“, „Moravská revue“, „Niva“, „Rozhledy“, „Zlatá Praha“, „Zvon“) und Ztg. („Lidové noviny“, „Národní listy“) realist. Erz. und Novellen aus dem mähr.-hanak. Landleben. Später setzte sie sich in ihren Romanen (u. a. „Úskalím“, 1900, „Potomstvo“, 1903, 3. Aufl. 1973, „Zrádné proudy“, 1904) mit irrationalen und determinist. Kräften im dörfl. Milieu auseinander, u. a. mit den Schattenseiten von Emotionen und Sexualität sowie mit der Unmöglichkeit, sich aus einem bestimmten Milieu zu lösen, wobei sie bes. die gesellschaftl. Stellung der Frau thematisierte. In ihrem Werk, das autobiograph. geprägt ist, verband S. in nicht immer gelungener künstler. Form ihre eigenen traumat. Kindheitserinnerungen mit engagierter Ges.kritik. Nach 1918 publ. sie kaum noch. 1925 wurde S. zum k. M. der 4. Kl. der Tschech. Akad. der Wiss. und Künste gewählt.


Werke: Weitere W. (s. auch LCL): Zapadlý kraj, 1898; Spása, in: Moravskoslezská kronika 19, 1908, H. 1; Když vlny opadly, 1910; Sebrané spisy, 4 Bde., 1920–24; Martin Gaca, 1931; etc. – Nachlass: Literární archiv PNP, Praha, CZ.
Literatur: Lidové noviny, 12. 11. 1936; Právo lidu, 13. 11. 1936; Lidové listy, 24. 11. 1936; LCL (m. W. u. L.); Masaryk; Otto, Erg.Bd.; Rizner; J. Stanek, J. S., 1915; Ženský obzor 28, 1936, S. 104; Literární noviny 9, 1936/37, Nr. 5, S. 5; Lumír 63, 1936/37, S. 126; G. Preissová, J. S., 1937 (m. B.); J. Opelík, in: J. S., V aréne života, 1973, S. 305f.; ders., in: J. S., Potomstvo, 1973, S. 103f.; H. Lisická, in: Studie Muz. Kromerížska, 1992/93, S. 71f.; D. Moldanová, Studie o ceské próze na prelomu století, 1993, s. Reg.; L. Heczková, Píšící Minervy, 2009, s. Reg.
Autor: (V. Petrbok)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 48f.

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  • geboren in > Uhřičice
  • gestorben in > Přerov