Stehlik von Čenkow und Treustätt, Emanuel

Stehlik von Cenkow und Treustätt (Stehlík z Cenkova a Treustättu) Emanuel, Ps. František Bílek, Schriftsteller und Beamter. Geb. Prag, Böhmen (Praha, Tschechien), 14. 4. 1868; gest. ebd., 24. 6. 1940.

Nach Absolv. des Gymn. in Prag, 1886, stud. S. an der dortigen Univ. Jus, 1892 Dr. jur., und trat danach als Konzeptsbeamter in den Dienst des Prager Magistrats, wo er i. d. F. Karriere machte: 1905 Magistratsrat, Vorstand des Approvisionierungsreferats, 1918 Oberpräsidialrat und Privatsekr. des Oberbgm., 1928 Vorstand der sog. kleinen Unternehmungen der Prager Gmd. Als Beamter – wie auch als Kulturschaffender – trat S., ganz im Sinne der damaligen offiziellen Prager Linie etwa des Bgm. V. Srb (s. d.), bes. für eine Intensivierung der tschech.-französ. Beziehungen ein. Auf zahlreichen Frankreichreisen (ab 1897) knüpfte er wichtige Kontakte u. a. mit François Coppée, Louis Léger und Auguste Rodin. Er war Mitgl. der Akad. in Marseille und Chambéry, Off. der französ. Ehrenlegion und Träger mehrerer ausländ. Ausz. Mitgl. verschiedener tschech. Ver. (Máj, PEN-Klub, Umelecká beseda), trat S. auch als Schriftsteller hervor. Seine kontemplative, landschafts- und tonmalende Lyrik, zunächst unter dem Einfluß eines Jaroslav Vrchlický, später mit stark patriot. und sozialem Ton, erschien u. a. in den Z. „Casopis ceského studenstva“, „Kvety“, „Lumír“, „Máj“, „Niva“, „Svetozor“, „Vesna“, „Zlatá Praha“, „Zvon“ sowie in Buchform. S. verf. Epigramme, erot. und sentimentale Erz. und bemühte sich um den autobiograph. Ges.roman. Seine Übers. französ. Belletristik (u. a. Victor Hugo, Alfred de Musset, Marcel Prévost, Paul Bourget) bildeten eine wichtige Lektüre für die tschech. Jugendgeneration des Fin de siècle.


Werke: s. u. Lex. ceské literatury (unter Cenkov); Koutník.
Literatur: (häufig unter Cenkov, Stehlík-Cenkov): Venkov, 27. 6. 1940; Hanzalová; Otto; Otto, Erg.Bd.; Ceskoslovensko. Biografie, red. B. Koutník, Ser. 14, 1938 (m. W.); Zvon 40, 1939/40, S. 632; Lex. ceské literatury 1, ed. V. Forst, 1985 (m. W. u. L.); S. Reznikow, Francophilie et identité tchèque 1848–1914 (= Histoire culturelle de l’Europe 2), 2002, s. Reg.; Lex. ceské literatury 4, red. L. Merhaut, 2008.
Autor: (V. Petrbok)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 141f.

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