Seidl, Adolf L.

Seidl Adolf L., Lehrer, Fachschriftsteller und Funktionär. Geb. Nachod, Böhmen (Náchod, Tschechien), 27. 1. 1861; gest. Suchdol, Protektorat Böhmen und Mähren (Praha, Tschechien), 24. 7. 1941.

Sohn eines Apothekers. S. absolv. 1879 die Realschule in Prag, 1886 legte er die Lehrbefähigungsprüfung ab. Er wirkte als Volksschullehrer in verschiedenen Orten Böhmens, ab 1914 als Oberlehrer an der Knabenvolksschule seiner Heimatstadt; 1924 i. R. Zwischen 1889 und 1931 unternahm er ausgedehnte Reisen, die ihn durch fast ganz Europa, insbes. auch Osteuropa, führten. S.s Bedeutung liegt auf dem Gebiet des freiwilligen Feuerwehrwesens, für das er in Böhmen bahnbrechend wirkte und für das er sich organisator., aber auch schriftsteller. und in Vorträgen, durch Ausst. usw. engagierte. So gründete er über hundert lokale Feuerwehrverbände, war aber auch Mitbegründer des Zentralverbandes der tschech. freiwilligen Feuerwehren (1891–1916 Sekr., später Obmannstellv. und 1918–32 Obmann). Im Rahmen dieses Verbandes gründete und leitete er (1893–1918) die Kontrollorganisation über die lokalen Feuerwehrverbände. 1898 schuf er die Grundlage zu einem systemat. Feuerwehrschulwesen beim Zentralverband. Während des Ersten Weltkriegs wurde er als Art.Lt. der Res. vom Roten Kreuz mit der Organisierung der lokalen Transportkolonnen der verwundeten Soldaten betraut. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie war S. Gründer und erster Obmann (1920–32) des tschechoslowak. Feuerwehrverbandes sowie des slaw. Feuerwehrverbandes (1923–34). Er war aber auch – ebenso wie vor dem Krieg – auf internationaler Ebene im Feuerwehrwesen tätig, u. a. 1931–35 als Vizepräs. des Internationalen techn. Feuerwehrauschusses in Paris. Weiters nahm er u. a. eine führende Rolle im tschechoslowak. Samariter- und Rot-Kreuzwesen ein. S.s Wirken wurde durch zahlreiche, auch internationale, Ausz. gewürdigt.


Werke: Hasicské feuilletony, Bd. 1–2, 1900, Bd. 3, 1. und 2. Aufl. 1908; Methodika signáluv, 1900; Methodika cvicení hasicských, 1905; usw.
Literatur: Otto; Otto, Erg.Bd. V/2; Ceskoslovensko-Ceské Biografie, 1938, Ser. 19; Mitt. Marie Makariusová, Praha, Tschechien.
Autor: (E. Lebensaft)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 118f.

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