Schmidt, Maximilian Florian

Schmidt, — Maximilian Florian Mediziner. Geb. Brünn, Mähren (Brno, Tschechoslowakei), 16. 4. 1784; gest. Wien, 15. 11. 1846.

Sohn eines Bedienten und späteren Wirtes; stud. ab 1803 Med. an der Univ. Wien, 1809 Dr. med. Zunächst in Militärspitälern eingesetzt, eröffnete er später eine eigene Praxis, wurde Mitgl. der medizin. Fak. der Univ. Wien, in welcher er 1825 das Stimmrecht erhielt, und bekam den Titel eines ao. Prof. Da er, bes. während seiner Militärzeit, die mangelhaften Kenntnisse des Pflegepersonals der Krankenanstalten kennengelernt hatte, strebte er nach einer besseren Ausbildung der Pfleger und konnte 1812 die Erlaubnis zur Abhaltung von außerordentlichen Vorlesungen erwirken, die er an Sonntagen ansetzen sollte, um die Schüler nicht von ihrer eigentlichen Arbeit abzuhalten. Neben dem theoret. Unterricht hielt er auch Übungen am Krankenbett ab. S. bemühte sich, diese Lehrveranstaltungen auch in den Stud.Plan für Mediziner einzuführen, was ihm jedoch nicht gelang. Vereinzelt hatte er aber unter seinen Hörern auch Ärzte und bes. nach Ausbruch der Choleraepidemie 1831 überhaupt großen Zulauf. Daneben versuchte er, die Wirksamkeit der verschiedenen chem. Bestandteile bestimmter Heilquellen zu klären. S., der auch ein Hdb. für die Ausbildung des Krankenpflegepersonals abfaßte, ist als Pionier einer geregelten Schulung dieses Berufsstandes anzusehen.


Werke: Neue Methode das Badner Bad zu gebrauchen, 1817, 2. Aufl. 1843; Anleitung zum Gebrauche der Mineralwasser, 1818; Anleitung zum inneren Gebrauche des Badner Ursprungswassers, 1818, 4. Aufl. 1820; Unterricht für Krankenwaerter, 1831; usw.
Literatur: H. P. Wolff – J. Wolff, in: Z. für klin. Med. 40, 1985, S. 207 ff; Hirsch; Wurzbach; H. Rollet, in: Neue Beitrr. zur Chronik der Stadt Baden b. Wien 12, 1899, S. 94; UA Wien.
Autor: (M. Jantsch)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 48, 1992), S. 288

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  • geboren in > Brünn
  • gestorben in > Wien