Schmitzhausen, Marie

Schmitzhausen Marie, verehel. von Egger, Ps. Paul Maria Lacroma, Schriftstellerin. Geb. Triest, Küstenland (Trieste, Italien), 21. 7. 1851; gest. 29. 11. 1929.

Tochter des Finanzrats Franz Viktor S. (1798–1854) – seine Begegnung mit Goethe hinterließ noch bei seiner Tochter starken Eindruck – und der Wilhelmine (Minna), geb. Bruckher v. Donau (geb. Mailand, Lombardei/Milano, Italien, 16. 4. 1815; gest. Görz, Küstenland/Gorizia, Italien, 25. 5. 1889), die sich gleichfalls als Dichterin versuchte, Schwester der Off. Franz (s. unten) und Paul S.; S. wuchs in Venedig, Esseg (Osijek), Wien, Pest (Budapest), Prag, Pola (Pula) und Görz auf, wo sie eine Zeitlang das Inst. der Münchener Schulschwestern besuchte, 1871 heiratete sie in Görz den Advokaten Dr. Camillo v. Egger, Präs. des Görzer Landeshypothekarinst. (geb. Pavia, Lombardei/Italien, 5. 4. 1843; gest. Görz, 11. 7. 1911), den Enkel des Juristen Franz v. Egger (s. d.), und lebte mit ihm vorwiegend in dieser Stadt, nach seinem Tod auch in Mödling (NÖ). S., die eine für höhere Töchter typ. Ausbildung erhielt und erst spät die dt. Sprache erlernte, verf. eine Reihe von Prosaschriften, hauptsächl. Romane, Erz., Skizzen usw., die in Z. sowie in Buchform erschienen. Trotz unwahrscheinl. und konstruierter Handlungsabläufe, einer klischeehaften (vorwiegend adjektiv.) Sprache und – etwa bei ihren kulturhist. Romanen – überdeutl. zur Schau getragenemBildungsanspruch deuten tw. hohe Aufl.Zahlen und Übers., u. a. ins Italien., auf einen nicht unbeträchtl. Rezeptionsgrad hin. Ihr Bruder, Franz S. r. Bruckherr und Donau (geb. Capodistria, Istrien/Koper, Slowenien, 15. 7. 1840; gest. Prag, CSR/Praha, Tschechien, 13. 2. 1922), trat 1857 als Kadett-Korporal in die k. Armee ein, wo er zuletzt 1899 zum GM avancierte, 1902 i. R., 1908 zum FML ernannt. Mehrfach ausgez., wurde er 1902 nob.


Werke: W. (Erstaufl.): Stürme, 3 Bde., 1883; Formosa, 1885; Kleebll. Novellen-Smlg. 1888, Neuaufl., 2 Bde., 1895–97; Dosta v. Drontheim, 1890 (ab 3. Aufl., 1896, mit Bild und biograph. Vorwort); Die Modelltini, 1892; Bagatellen, 1893; Noli me tangere, 1899; Deus vicit!, 1910; usw.
Literatur: (meist unter Egger-Schmitzhausen, auch unter Lacroma): Brümmer; Giebisch-Gugitz; Kosch, 3. Aufl.; Kosel 2; S. Pataky, Lex. dt. Frauen der Feder, 2 Bde., 1898 (auch für S.s Mutter); S. Schmid-Bortenschlager – H. Schnedl-Bubenicek, Österr. Schriftstellerinnen 1880 bis 1938 ( = Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik 119), 1982 (Werksverzeichnis); Archivio di Stato, Trieste und Gorizia, beide Italien; Mitt. P. Wittmann, Wien. – Franz S. v. B. u. D.: Allg. Verw.A., KA, beide Wien.
Autor: (E. Lebensaft)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 49, 1993), S. 338f.

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