Schapira, Meir

Schapira (Schapiro) Meir, Rabbiner. Geb. Suczawa (Suceava, Bukowina), 13. 2. 1887; gest. Lublin (Polen), 17. 10. 1933.

Erhielt bereits im Alter von 15 Jahren die Rabb. Ordination; 1910 als Rabb. nach Gliniany (Hlynjany) berufen, eröffnete er in seinem Haus eine Talmudschule; 1919 wurde er zum Rabb. von Sanok bestellt und führte auch hier eine Talmudlehranstalt. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete er an der Spitze einer von ihm gegründeten Hilfsorganisation und wurde 1919 von der religiösen Partei Agudath Yisrael zum Leiter des Erziehungskomitees, 1922 zum Generalsekretär ernannt. 1923–27 Abg. zum Sejm, wurde er durch seine Reden gegen die dort herrschenden antisemit. Tendenzen bekannt. Beim ersten Weltkongreß der Agudath Yisrael (1923) schlug S., um eine geistige kulturelle Einheit aller Juden zu erreichen, vor, daß weltweit jeder Jude täglich dieselbe Seite aus dem Talmud stud. solle, eine Einrichtung, die mit großem Enthusiasmus aufgenommen wurde und heute noch besteht. Um sich ganz der Erziehung der religiösen Jugend widmen zu können, verzichtete S. 1924 auf sein Abg. Mandat, nahm im selben Jahr zunächst die Stelle eines Rabb. in Petrikau (Piotrków Trybunalski) an und begründete noch 1924 in Lublin die Talmudhochschule Hakhmê Lublin, für welche er auch in Amerika Förderer gewinnen konnte. Das für 200 Schüler bestimmte Lehrhaus, dessen Leitung S., seit 1929 Rabb. in Lublin, übernahm, wurde 1930 eröffnet und war bald international bekannt. Um die großen Ausgaben der Talmudhochschule zu decken, übernahm S. 1933 den Posten eines Rabb. in Lodz (Lódz), starb jedoch noch vor Amtsantritt.


Werke: Imre daath (Sprüche der Weisen), 1909 (Kommentar zur Thora); Or hameier (Aus Licht), 1926 (Responsen); etc.
Literatur: N. Eck, in: Jewish Social Stud. 9, 1947, S. 32; Enc. Jud. (s. Shapira/Spira); Jüd. Lex.; Wininger; Sefer Ha-Yovel . . . M. S., hrsg. von S. Nadler, 1930; M. W. Niestepower, Ha-Yozer we-Yzirato, 1937; B. Mintz, Me’ir Be-Ahava, 1943; Rabbi M. S, be-Mishnah, be-Omer u-ve-Ma’as, hrsg. von A. Sorski, 1–2, 1964– 67; H. M. Rabinowicz, The Legacy of Polish Jewry. A History of Polish Jews in the Inter-War Years 1919–39, (1965), s. Reg.; I. Frenkel, Men of Distinction 2, 1967, S. 31 ff.
Autor: (Sh. Spitzer)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 46, 1990), S. 40

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