Reinisch, P. Franz

Reinisch P. Franz, SAC, Seelsorger. * Feldkirch (Vorarlberg), 1. 2. 1903; † Brandenburg/Havel (DDR), 21. 8. 1942 (hingerichtet).

Sohn eines Finanzbeamten; stud. 1922/23 an den Univ. Innsbruck und Kiel Jus, 1923–25 Theol. in Innsbruck, dann in Brixen. Nach der Priesterweihe (1928) trat er in die Priestergemeinschaft der Pallottiner (Ges. des kath. Apostolates) ein und war ab 1930 in zahlreichen Orten Süddeutschlands und Österr. als Seelsorger und Prediger tätig. Ab 1938 in Schönstatt b. Vallendar a. Rhein in der Schönstatt-Weltmission sowie in der Männerseelsorge wirkend, empfing R. hier entscheidende religiöse Impulse, vor allem von Kentenich, dem Begründer der Schönstattbewegung. Wegen des 1940 von der Gestapo über ihn verhängten Predigtverbots konnte er seine Seelsorgstätigkeit nur mehr geheim und im kleinen Kreis ausüben. Als er 1942 zur Wehrmacht einberufen wurde, verweigerte er u. a. mit der Begründung, das verbrecher. nationalsozialist. Regime abzulehnen, den Fahneneid bzw. den Wehrdienst. Er hielt unerschütterlich an dieser Überzeugung fest und wurde 1942 durch das Reichskriegsgericht in Berlin wegen Wehrkraftzersetzung zum Tod verurteilt und enthauptet.


Literatur: Tiroler Heimatbll. 44, 1969, H.10/12, S. 23; basis, 1979, H. 10; H. Kreutzberg, F. R., ein Martyrer unserer Zeit, 1953; Lex. der dt. Hll. . . ., hrsg. von J. Torsy, 1959; F. Kloidt, Verräter oder Martyrer?, 1962, S. 172 ff.; B. M. Kempner, Priester vor Hitlers Tribunalen, 1966, S. 337 ff.; Zeugen des Widerstandes, eine Dokumentation über die Opfer des Nationalsozialismus in Nord-, Ost- und Südtirol von 1938–45, bearb. von J. Holzner et al., 1977, S. 80 ff; G. Pfaundler, Tirol Lex., 1983; Mitt. E. Steinacker, Landeck, Tirol.
Autor: (F. Unterkircher)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 41, 1984), S. 49

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