Reifner, Vinzenz

Reifner Vinzenz, Komponist. * Theresienstadt (Terezín, Böhmen), 25. 10. 1878; † Dresden (DDR), 26. 11. 1922.

Sohn eines Bäckers; erhielt als Kind den ersten Musikunterricht (Violine, Klavier, Zither) und stud. in Prag Jus. 1897 unterbrach er wegen nationaler Unruhen seinen Aufenthalt in Prag, um bei Kistler in Bad Kissingen Komposition zu stud. Nach seiner Prom. zum Dr. jur. trat er in den österr. Staatsdienst und wurde in Gablonz (Jablonec nad Nisou) – wo seine ersten Orchesterwerke entstanden –, ab 1912 als Bez.Koär. in Teplitz (Teplice), ab 1914 bei der Statthalterei in Prag (Landesschulrat für Böhmen) verwendet. 1918 flüchtete er nach Reichenberg (Liberec) und leitete dann das dt.-böhm. Hilfsbüro in Dresden. R., einer der begabtesten Komponisten Böhmens zur Zeit der Spätromantik, gehört mit seinen symphon. Dichtungen, die sich durch schwungvolle Thematik und glänzende Orchestrierung auszeichnen, der Gefolgschaft von R. Strauss und Reger an. Er war auch als Musikschriftsteller und Kritiker tätig.


Werke: Maria (Oper); Der Junker von Stein (Operette, unvollendet); Frühling, op. 12 (Symphon. Dichtung); Dornröschen, op. 17 (Symphon. Dichtung); Die Bremer Stadtmusikanten (Symphon. Dichtung); Klaviermusik; Lieder; etc. Hrsg.: 20 Kriegslieder, gem. mit R. Löhrl, 1915; Ernstes und Heiteres aus den Weltkriegstagen, 4 He., o. J.
Literatur: Mitt. des Sudetendt. Archivs, F. 52, 1978, S. 36 (Presseaussendung); Einstein; Frank–Altmann, 14. Aufl.; MGG; Riemann, 12. Aufl.; Schmidl; R. Quoika, Die Musik der Dt. in Böhmen und Mähren, (1956), S. 134.
Autor: (Ch. Harten)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 41, 1984), S. 38f.

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  • geboren in > Terezín
  • gestorben in > Dresden