Popper, David

Popper David, Komponist und Violoncellist. * Prag, 9. 12. 1843; † Baden (NÖ), 7. 8. 1913.

Sohn des Prager Kantors Angelus P., Bruder des Violoncellisten Wilhelm P. (s. d.); erhielt 1855–61 am Konservatorium in Prag bei dem Violoncellisten Goltermann seine Ausbildung und trat dann erfolgreich mit eigenen Kompositionen an die Öffentlichkeit. Auf Empfehlung Bülows wurde er Mitgl. der fürstlich hohenzollerschen Hofkapelle in Löwenberg i. Schlesien (Lwówek Slaski) und später Kammervirtuose. Ab 1863 unternahm P., von Publikum und Presse enthusiast. gefeiert, ausgedehnte Kunstreisen nach Leipzig, Berlin und Bremen, in die Schweiz, nach England und in die Niederlande. 1865 erntete er bes. großen Beifall beim Musikfest in Karlsruhe und 1867 in Wien, wo er 1868–73 als 1. Solocellist an der Hofoper und als Mitgl. des Hellmesberger-Quartetts wirkte. 1882 bereiste er mit dem französ. Geiger Sauret Spanien und Portugal, 1891 England. 1896 wurde er als Prof. für Violoncello auf Lebenszeit an die kgl. Landesmusikakad. in Budapest berufen. 1913 HR. P., dessen Vorbilder die Geiger Bériot und Vieuxtemps waren, zählte zu den besten Solisten seiner Zeit. Seine Kompositionen, die salonmäßige Eleganz mit glänzender Virtuosität vereinigen, fehlten in keinem Solistenrepertoire und wurden noch viele Jahre nach P. s Tod neu aufgelegt. Seine Kadenzen zu den Violoncellokonzerten von Haydn, Saint-Saëns, Schumann etc. verlangen vom Interpreten höchste Meisterschaft. Gem. mit Hubay (s. d.) gründete er in Budapest das Hubay-P.-Quartett. 1872–86 war er mit der Liszt-Schülerin und Pianistin S. Menter, mit der er Konzertreisen durch Deutschland, Frankreich, England und Rußland unternahm, verheiratet.


Werke: Requiem, für 3 Violoncelli; Violoncellokonzerte; Kammermusik; zahlreiche Werke für Violoncello mit und ohne Klavier; Klavierwerke; Lieder. Unterrichtswerke: Hohe Schule des Violoncellspiels, 1901–05; 10 mittelschwere Etuden, 1905; 15 leichte Etuden, 1910.
Literatur: Wr. Ztg. vom 8. (Abendausg.) und N. Fr. Pr. vom 10. 8. 1913; Biograph. Jb. 18, 1917; Cernušák–Helfert; Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Einstein; Frank–Altmann; Grove; Jew. Enc.; Jüd. Lex.; Masayk; Otto 20, Erg.Bd. IV/2; Riemann; Wininger; Wurzbach; Zenei Lex.; E. Hanslick, Aus dem Concertsaal (= Geschichte des Concertwesens in Wien 2), 1870, S. 443; P. Grümmer, Begegnungen. Aus dem Leben eines Violoncellisten, o. J., s. Reg.
Autor: (Ch. Harten)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 38, 1981), S. 204

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  • geboren in > Prag
  • gestorben in > Baden