Moshamer, Franz Josef

Schriftsteller, geb. 6.2.1800 in Forchtenau, gest. 15.11.1878 in Wien

Sohn eines Gastwirtes; absolv. das Gymn. in Passau, dann das Lyzeum in Salzburg, stud. ab 1822 in Wien Jus und arbeitete daneben 1823–24 als Privatlehrer, dann auch als Lehrer und Hofmeister am Knaben-Erziehungsinst. F. A. v. Klinkowströms (s. d.), wo er vermutlich vom Gedankengut K. M. Hofbauers (s. d.) beeinflußt wurde. Nachdem M. aus finanziellen Gründen sein Stud. aufgegeben hatte, wandte er sich ganz seiner Tätigkeit als Hofmeister und Hauslehrer bei verschiedenen Adelsfamilien zu, betrieb aber auch autodidakt. Stud. in Geschichte sowie in alter und neuer Philol. 1840 erhielt M. eine staatliche Anstellung beim k. k. Zentralbücherrevisionsamt, 1846 Kanzlei-Akzessist beim Wr. k. k. Bücherrevisionsamt, 1847–48 3. Kanzlist bei der neu errichteten k. k. Zensur-Oberdion. 1849 wurde er nach kurzer journalist. Tätigkeit bei dem von M. gem. mit A. Stifter und J. Salfinger gegründeten polit. Lokalnotizbl. „Der Wiener Bote“ von der Stadthauptmannschaft übernommen, 1867 ging er als Polizeikoär. 1. Kl. i. R. In diese Zeit seiner gesicherten äußeren Existenz fällt auch seine fruchtbarste literar. Tätigkeit. M. war zu seinen Lebzeiten vor allem als Volks- und Jugendschriftsteller, der auch Reisebeschreibungen und populärwiss. Abhh. verfaßte, bekannt. Klerikal-bürgerlich eingestellt, kehrte er in seinem ep. Werk, etwa in der novellist. Wiederbelebung bibl. Stoffe und Themen (den sog. „Erzählungen in neuer Form“), aber auch in Zeit- und hist. Romanen und in Erbauungsschriften eine betont religiöse, streng kath. Geisteshaltung hervor. Starkes Gebundensein an Zeit und Umwelt und eine ausgeprägte didakt. Grundhaltung dominieren.

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Literatur, Buch- und Zeitungswesen

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  • Geburtsort > Forchtenau
  • Sterbeort > Wien

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