Massari, Julius von

Massari Julius von, Gynäkologe. * Wien, 23. 4. 1845; † Wien-Dornbach, 12. 7. 1884.

Sohn eines Richters, Schwiegersohn des Gynäkologen Braun-Fernwald (s. d.); stud. an der Univ. Wien Med., 1871 Dr.med. et chir., 1872 Ass. an der Hebammenklinik, dann Operationszögling bei Dumreicher (s. d.) an der I. Wr. chirurg. Univ. Klinik, 1873–76 Ass. bei Späth, dem Vorstand der eben begründeten II. gynäkolog.-geburtshilflichen Klinik für Mediziner in Wien. 1876 Priv.Doz. für Geburtshilfe und Gynäkol. sowie gynäkolog. Propädeutik. M. wurde durch seine Arbeit über die Exstirpation des karzinomatösen Uterus bekannt, welche er im November 1878 publ., nachdem W. A. Freund in Breslau schon im Jänner 1878 eine ganz ähnliche Methode beschrieben hatte. Es ist erstaunlich, wie sehr M. die wesentlichen Punkte bei einer Karzinomoperation erkannt hat: so das Mitnehmen einer breiten Scheidenmanchette, die exakte Unterbindung von Uterina und Ovarica und die Darstellung des Ureters, den er sich anschlang und später zu sondieren vorschlug. Auch ein selbsthaltender Bauchdeckenspatel wurde schon verwendet. M. kann neben Freund und Ries als echter Vorgänger von Wertheim angesehen werden.


Werke: Fractura pelvis sub partu, in: WMW, Jg. 26, 1876; Stud. über Exstirpation des Uterus, ebenda, Jg. 28, 1878; Entbindungen bei einer mit einem rachit. Becken behafteten und von einer Blasenscheidenfistel auf operativem Wege geheilten Frau, ebenda, Jg. 29, 1879; Beitr. zur Pathol. und Therapie des Wochenbettes, in: Wr. Med. Presse, Jg. 21, 1880; etc.
Literatur: WMW, Jg. 34, 1884, S. 907; Wr. Med. Presse, Jg. 25, 1884, S. 939; Hirsch; Lesky, S. 470; UA Wien.
Autor: (T. Antoine)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 27, 1974), S. 131f.

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