Mayrhofer, Johann

Mayrhofer Johann, Dichter. * Steyr (OÖ), 3. 11. 1787; † Wien, 5. 2. 1836 (Selbstmord).

Wurde von seinen Eltern zum Priesterberuf bestimmt und war drei Jahre Novize im Augustiner Chorherrenstift St. Florian. M.s immer stärker zum Durchbruch kommende dichter. Begabung verlangte jedoch nach entsprechendem Wirkungskreis. Er stud. an der Univ. Wien Jus, aber seine spätere Tätigkeit als Beamter der staatlichen Zensurbehörde befriedigte ihn nicht. 1814 lernte er durch Spaun Schubert kennen, mit dem er 1819–21 eng befreundet war. Von M.s Gedichten, deren Erstausgabe kaum Beachtung gefunden hatte, wurden ca. 50 von Schubert vertont. Die Anschauungen Goethes und der dt. romant. Dichtung spiegeln sich besonders in M.s Nacherleben der Natur, doch vermochte sich seine eigene lyr. Begabung über die angestrebten Vorbilder hinaus zu behaupten. Seine nicht sehr vielfältige, jedoch stimmungs- und gedankenreiche Lyrik ist, obwohl formal knapp und einfach gefaßt, dennoch sprachmelod.


Literatur: Jb. der Grillparzer-Ges. 8, 1898, S. 293 ff.; F. List, J. M., ein Freund und Textdichter F. Schuberts, phil. Diss. München, 1921; F. Brümmer, Lex. der dt. Dichter und Prosaisten von den ältesten Zeiten bis zum Ende des 18. Jh., in: Universal-Bibl. 1941/45, ca. 1884; Giebisch–Gugitz; Giebisch–Pichler–Vancsa; Goedeke, Bd. 12, S. 243; Kosch; Nagl–Zeidler–Castle, Bd. 2, s. Reg.; Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Riemann; Krackowizer; A. Schumacher, Lebensbilder aus Österr., 1843; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; ADB 52; O. E. Deutsch, Schubert-Brevier, 1905; A. Sauer, Briefe an Goethe aus Österr.-Ungarn, 1918, S. 176 f.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 26, 1973), S. 13f.

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  • geboren in > Steyr
  • gestorben in > Wien