Leo, Juliusz

Leo Juliusz, Jurist und Politiker. * Wieliczka (Galizien), 1. 2. 1862; † Krakau, 21. 2. 1918.

Stud. an der Univ. Krakau, 1888 Habil., 1892–1904 Prof. der Finanzwiss. und Nationalökonomie an der Univ. Krakau. Ab 1901 Abg. zum Landsejm, 1904 Präs. der Stadt Krakau. L. führte zahlreiche Reformen ein, welche den stufenweisen Ausbau der Stadt auf allen Gebieten zum Ziel hatten. Seine bedeutendste Schöpfung ist das sogenannte „Gross-Krakau“ (Landsejmsgesetz 1908)—die siebenfache Vergrößerung seines Territoriums durch Eingemeindung der umliegenden Orte. 1910 wieder Stadtpräs., erwarb er sich neuerlich große Verdienste durch Einführung einer einheitlichen Verwaltung, Regulierung und Pflasterung der Straßen, Bau eines schiffbaren Kanals u. a. Seit 1911 Reichsratsabg., 1912 Obmann des Polenklubs. 1914 der erste Vorsitzende des Nationalausschusses (NKN), Mitgl. der Konservativen Partei, später Führer der Demokraten.


Literatur: N. Fr Fr. und R. P. vom 22. 2. 1918; F. Freund, Das österr. Abgeordnetenhaus. Ein biograph.-statist. Hdb. 1911–17, 1911; Enc. Wspólczesna 2, 1958; Kraków w 19. wieku (Krakau im 19. Jh.), Bd. 1, 1932, S. 151–58; S. Glabinski, Wspomnienia polityczne (Polit. Erinnerungen), 1939; M. Bobrzynski, Z moich pamietników (Aus meinen Memoiren), 1957.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 140f.

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  • geboren in > Wieliczka
  • gestorben in > Krakau