Kumičić, Eugen

Kumicic Eugen, Ps. Jenio Sisolski, Schriftsteller und Politiker. * Bersez (Brsec, Istrien), 11. 1. 1850; † Agram, 13. 5. 1904.

Stud. an den Univ. Prag (1870) und Wien zuerst Geschichte und Geographie, dann Romanistik. Als Gymnasiallehrer wirkte K. in Spalato, Zara und (1879–83) Agram. Ab 1883 widmete er sich ausschließlich der Literatur und Politik. Als Mitgl. und einige Zeit auch Vizepräs. der „Partei des Rechtes“ (bzw. der „Reinen Partei des Rechtes“) seit 1884 mehrmals Abg. zum kroat. Landtag, wo er sich mit Reden gegen die ung., kroatenfeindliche Politik hervortat. 1892–95 war K. Abg. der Stadt Agram, 1882/83 redigierte er die Z. „Hrvatska vila“ und 1887/88 die Ztg. „Hrvatska“. Während eines Aufenthaltes in Paris (1875–77) lernte K. das Schaffen Zolas kennen, das wie Šenoas Romantismus einen großen Einfluß auf ihn ausgeübt hat. K. verfaßte Romane, Novellen und Dramen, in denen er einerseits die kroat. Vergangenheit, anderseits die Gegenwart (Themen aus der Agramer Ges. und aus Istrien) schilderte. Alle seine Werke zeigen reinen Patriotismus und einen starken Widerstand gegen alles Fremde, welches die Existenz der kroat. Nation auf polit., kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet bedrängte. Die Erzählung „Unter dem Gewehr“, eigentlich autobiograph. Erinnerungen aus der Zeit der Okkupation Bosniens und der Herzegowina (1878), stellt vielleicht sein bestes Werk dar.


Literatur: Iskra, 1891, n. 4–6; Vienac, 1891, n. 24; Dom i sviet, 1904, n. 10; Agramer Ztg., 1904, n. 111; Obzor, 1940, n. 132; Neue Ordnung, 1944, n. 173; K. Šegvic, Život i djela Eugena Kumicica (E. K.s Leben und Werk), Vorwort zu Jelkin Bosiljak, 1905; A. Barac, E. K. Djela (E. K.s Werke), 1950; Grlovic, Album 2; Znam. Hrv.; Nar. Enc. 2; Enc. Jug. 5.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 19, 1968), S. 345
geboren in Brseč
gestorben in Zagreb

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