Hofzinser, Johann Nep.

Hofzinser Johann Nep., Staatsbeamter und Zauberkünstler. * Wien, 10. 7. 1806; † Wien, 11. 3. 1875.

H.s Eltern stammten aus Schwaben. Sein Vater besaß die Seidenzeug- und Kirchenstoffniederlage „Zur weißen Taube“ am Graben in Wien. H. genoß eine sorgfältige Erziehung, stud. ab 1819 Phil. und trat als Beamter der Tabakregie in den Staatsdienst. In seiner Freizeit beschäftigte er sich ausschließlich mit der Zauberkunst. Durch mehr als 40 Jahre war H. der Liebling der Wr. Ges. 1853 errichtete er Wollzeile 36 (später Walfischgasse 8) einen Salon, in welchem er dreimal wöchentlich Zaubersoireen unter dem Titel „Eine Stunde der Täuschung“ veranstaltete. Er erfand und kombinierte über 60 Original-Kartenexperimente. H., der verarmt starb, gewährte nur wenigen Freunden Einblick in seine Kunststücke und verfügte testamentar., daß sein gesamter schriftlicher Nachlaß zu vernichten sei, welche Verfügung seine Witwe Wilhelmine H. auch gewissenhaft erfüllte. In der Zaubersmlg. John J. McManus in New York sollen sich einige Apparate H.s befinden, die er zu seinen Lebzeiten einem Freunde geschenkt hatte.


Literatur: Neues Wr. Tagbl. vom 8. 3. 1925 und 24. 1. 1940; Neues Wr. Journal vom 12. 3. 1925 und 20. 6. 1936; Volks-Ztg. vom 12. 9. 1940; Wr.Ztg. vom 9. 4. 1952; O. Fischer, J. N. H.s Kartenkünste, 1910; Archiv der Stadt Wien, Totenprotokoll 1875, L–H, Lit. H. 45; St. Rechnitz, Der Wr. Zentralfriedhof, Bd. 1/73, Manuskript, Bibl. der Stadt Wien.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 10, 1959), S. 388f.

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