Herzberg-Fränkel, Sigmund

Herzberg-Fränkel Sigmund, Historiker. * Brody (Galizien), 7. 3. 1857; † Wien, 19. 9. 1913.

Sohn des Vorigen; stud. an den Univ. Wien, Göttingen und Berlin Jus, wandte sich der Geschichtswiss. zu und war 1879–81 ordentliches Mitgl. des Inst. für österr. Geschichtsforschung in Wien. H. befaßte sich seither vor allem mit der Geschichte des Mittelalters und mit den hist. Hilfswiss. 1880 Dr.phil., 1887 Priv. Doz. an der Univ. Wien. 1893 ao. Prof., 1895 o. Prof. für allg. Geschichte, 1905 Rektor an der Univ. Czernowitz. Obwohl als hervorragender Stilist besonders zur Geschichtsschreibung befähigt, widmete sich H. mit Vorliebe schwierigen und zeitraubenden quellenkundlichen Forschungen. Seine Meisterschaft in der Behandlung eines spröden, scheinbar wenig ergiebigen Quellenmaterials bewies H. insbesondere bei der mustergültigen Edition und Auswertung der Salzburger Nekrologien. Wichtig sind auch seine Arbeiten über Nieder-Altaich und die Beiträge zur Geschichte der Reichskanzlei und der Kaiserurkunden im 13. und 14. Jh. Unter der Chiffre Dr. G. L. entfaltete H. hauptsächlich 1887–99 eine fruchtbare Tätigkeit als Feuilletonist und Rezensent der „Wiener Zeitung”.


Literatur: MIÖG 35, 1914, S. 205 ff.; HZ, 112, 1914, S. 236; Hist. Vierteljahrsschrift 17, 1914, S. 153 f.; Neues Archiv 39, 1914, S. 535 f.; Carinthia I, 104, 1914, S. 131 f.; MIÖG, Erg. Bd. 17, 1954, S. 177; Santifaller, n. 89; Wininger; Jew. Enc.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 9, 1959), S. 296

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