Giovanelli von Gerstburg, Benedikt Gf.

Giovanelli von Gerstburg Benedikt Graf, Archäologe und Heimatforscher. * Trient, 25. 9. 1775; † Trient, 6. 6. 1846.

In seinen unruhigen Studienjahren 1796/97 an der Organisation des Landsturmes beteiligt, von den französ. Truppen vorübergehend als Geisel weggeführt, widmete er sich nach kurzer Dienstzeit beim Landgericht in Meran vor allem der Bewirtschaftung seiner Güter, wurde Vorstand der k. k. Landwirtschaftsges. für Trient und 1816 Bürgermeister von Trient. Die Stadt Trient verdankt seiner Aufbautätigkeit (öfters mit Einsatz eigener Geldmittel) die finanzielle Sanierung der Stadtkasse, die Anlage einer Wasserleitung, die Gründung der städt. Bibliothek und des Mus., dem er auch seine große Münzensmlg. vermachte, sowie die Errichtung eines Armen- und Arbeitshauses. Seine besondere Liebe gehörte der Erforschung der Geschichte und der Altertümer seiner Heimat und dem wiss. Stud. der sich dabei ergebenden Probleme, den sog. räto-etrusk. Denkmälern, den antiken Straßen in Tirol und den deutschsprachigen Gemeinden zwischen Etsch und Brenta, im Trentiner Gebiet und in Norditalien. Mitgl. der Bayer. Akad. d. Wiss., des Athenäums in Venedig und Brescia.


Literatur: Adler 6, 1846, S. 228; L. v. Lutterotti, G. B. G., in: Z. des Mus. Ferd. III., H. 23, 1875; Memorie d'Agiati Rovereto, 1903, S. 540; Vita Trentina 7, 1909, S. 345; Bote für Tirol, 1878, S. 1095; Schmidls Österr. Bll. 3, 1846, S. 648; Wurzbach; Mitt. H. Giovanelli, Innsbruck.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 5, 1957), S. 445

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