Tréval, Emil

Tréval Emil, eigentl. Walter Václav, Ps. A(d). Pisánka, Pantalon, Prof. Zmatěj, Tabu, Trovato, Václav Prešovský, Zmatěj, Schriftsteller und Mediziner. Geb. Eperies, Ungarn (Prešov, SK), 13. 12. 1859; gest. Praha, Tschechoslowakei (CZ), 10. 2. 1929.

Sohn eines Beamten; verheiratet mit Zdena Trévalová, geb. Walterová (geb. Kralup, Böhmen / Kralupy nad Vltavou, CZ, 17. 5. 1877; gest. Praha, ČSSR/CZ, 3. 7. 1961). – T. besuchte ab 1870 das Gymn. in Kremsier (Kroměříž), 1872–73 in Olmütz (Olomouc), 1873–76 in Brünn (Brno) und 1876–78 in Leitomischl (Litomyšl). Nach der Matura stud. er Med. an der Univ. in Prag (1883 Dr. med.) und war anschließend in der Kgl.-böhm. Landes-Irrenanstalt in Prag tätig. Ab 1887 wirkte er als Kreisarzt in Ung. Hradisch (Uherské Hradiště), Neustadt (Nové Město na Moravě), 1890–93 in Littau (Litovel) und Tepl Stadt (Teplá); kurze Zeit hielt er sich auch in Berlin und Wien auf. I. d. F. arbeitete er als Arzt in Kladno und 1899–1913 in Jungbunzlau (Mladá Boleslav). 1919 wurde T. zum Oberarzt in Žižkow (Praha-Žižkov) ernannt, 1927 trat er i. d. R. Als Mitgl. des Schriftstellerver. Máj (bis 1906) und Gründer des Jungbunzlauer Ver. Klub přátel umění engagierte er sich in literar. Kreisen und schrieb mit seiner Frau einige belletrist. Werke, die unter dem gem. Ps. Tréval a Viola erschienen („Právo ideálu“, 2 Bde., 1909). In zahlreichen Z. und Ztg. („Květy“, „Národní listy“, „Švanda dudák“, „Topičův sborník“, „Zlatá Praha“, „Zvon“) veröff. T. Erz., Novellen und Romane aus dem med. Milieu, in denen er in einer naturalist. Sprache die patholog. Schattenseiten der menschl. Psyche („Maia“, 1902; „Vyhnaní synové Evy“, 1929) darstellte, wobei er dem sozialen Kontext bes. Aufmerksamkeit widmete (u. a. „Mixtum compositum“, 1899). Moral. Verfehlungen lagen seiner Meinung nach im dt.-tschech. Nationalitätenstreit verwurzelt („Stříbrné své vlny voda vyleje“, 1918) bzw. waren u. a. die Folge des 1. Weltkriegs („Na Prahu Kanaánu“, 1919) oder abartiger menschl. Sexualität („Síla lži“, 1921). In seiner Prosa griff er gesellschaftl. Themen auf, u. a. das tschech. bürgerl. Milieu im 19. Jh. („Průboj“, 1920; „Kdo za pravdu hoří“, 1921). Er verf. auch Theaterstücke, u. a. Konversationsstücke und hist. Dramen, in denen er gesellschaftsbezogene Fragen oft als Ausdruck psych. Erkrankungen darstellte („Tiberius“, 1915; „Habsburg“, 1925). T. zählte weiters zu den Autoren des Feuilletons der tschech.- sowie der dt.sprachigen Presse („Beobachter“, „Politik“, „Union“) und veröff. Beitrr. in med. Fachz. („Časopis lékařů českých“, „Časopis veřejného zdravotnictví“).


Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 459f.

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  • geboren in > Prešov
  • gestorben in > Prag