Stojanović, Mijat

Stojanovic Mijat (Mijo, Mihael), Lehrer und Schriftsteller. Geb. Babinagreda (Babina Greda, Kroatien), 26. 9. 1818; gest. Agram (Zagreb, Kroatien), 18. 9. 1881; griech.-oriental.

Aus einer Grenzerfamilie stammend. – S. besuchte erst mit zehn Jahren eine dt. Volksschule. Danach diente er als Schreiber bei der 6. Komp. des Broder Militärgrenzrgt. in Babinagreda. 1831 wurde er Schuldemonstrator in Vinkovci und unterrichtete 1832 als Lehramtskandidat in Šamac (Slavonski Šamac). Nach Ablegung einer Fachprüfung war er Hilfslehrer an einer Trivialschule in Velika Kopanica (1835–37) und Lehrer in Brod (Slavonski Brod) (1837–38), Velika Kopanica (1838, 1839–44), Otok (1838–39), Županja (1844) und Babinagreda (1844–50). 1850 wurde er Lehrer an der Normalschule in Karlowitz (Sremski Karlovci) und 1858 Oberlehrer in Semlin (Beograd-Zemun). Ab 1871 war S. als Schulinsp. für Volksschulen in Karlstadt (Karlovac), Ogulin und Gospic tätig. 1877 i. R. Die letzten Lebensjahre verbrachte S. in Agram, wo er sich mit literar.-pädagog. Arbeiten befaßte. Schon als Lehrer in Babinagreda begeisterte er sich für die Ideen der Illyr. Bewegung und nahm als Abg. im kroat. LT an den Ereignissen von 1848 aktiv teil. S. war mit bedeutenden kulturpolit. Persönlichkeiten seiner Zeit, u. a. mit Gaj (s. d.), befreundet. Bes. intensiv arbeitete er in der Lehrerbewegung mit und nahm an zahlreichen Lehrerversmlgg. teil: 1869 an der 3. allg. Versmlg. der österr. Lehrer in Graz, 1870 an der Versmlg. dt. Lehrer sowie an den allg. kroat. Lehrerversmlgg. in Agram 1871, Petrinja 1874 und Esseg (Osijek) 1878. S. gilt als einer der Gründer des Hrvatski pedagoško-književni zbor in Agram 1871 (1878 Präs.). Hervorzuheben ist sein Anteil an der Entwicklung einer fortschrittl. Pädagogik. S. veröff. zahlreiche pädagog. Arbeiten in Z. und Ztg., bearb. Lehr- und Handbücher für Volksschulen und trat auch als Übers. von pädagog. Werken hervor. Darüber hinaus befaßte er sich mit der Geschichte der Pädagogik und hinterließ eine Reihe von Werken hist., literar., volkstüml., moral., hygien., geograph., landwirtschaftl. und anderen Inhalts. Ebenso interessierte er sich für Volkskde., sammelte Volkslieder, erz., -sprüche und -belehrungen und beschrieb Volksbräuche. 1864 wurde er Mitgl. des Društvo za jugoslavensku povjestnicu i starine.


Werke: s. u. Wurzbach.
Literatur: Wurzbach (m. W.); K. Tkalac, Školstvo Slavonije u 18. i 19. stoljecu / M. S. …, 1973, S. 71ff.; M. Ogrizovic, in: Internationales Kulturhist. Symposion Mogersdorf 7, 1975, S. 325ff.; Schul- und Bildungswesen im pannon. Raum bis 1918 …, 1976, S. 317, 325ff., 333ff.
Autor: (H. Gracanin)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 306
geboren in Babina Greda
gestorben in Zagreb

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