Perl, Henriette

Perl Henriette, Ps. Henry Perl, Schriftstellerin. * Lemberg, 24. 12. 1845; † Fürstenfeldbruck (Bayern), 10. 5. 1915.

Verbrachte ihre Kindheit bei Verwandten mütterlicherseits in Italien. P. war anfänglich für die Bühnenlaufbahn bestimmt, heiratete aber 1861 in eine Fabrikantenfamilie ein und lebte bis 1876 abwechselnd in Wien und Prag. Vermögensverluste beim Wr. Börsenkrach 1873 zwangen sie, als Übersetzerin, Feuilletonistin und Reiseschriftstellerin im In- und Ausland ihren Lebensunterhalt zu verdienen. 1878 von einer Amerikareise nach Europa zurückgekehrt, lebte sie als Schriftstellerin zunächst in Venedig, ab 1896 in Bruck b. München (Fürstenfeldbruck). P. war eine begabte Erzählerin, die es verstand, von formalsprachlichen Mängeln abgesehen, durch Darstellung psych. Zustände und Wirkungen Anteilnahme zu wecken. Ihre Reiseschilderungen, welche sie in verschiedenen Z. und Ztg. veröff., fanden großen Anklang.


Werke: Novellen, 1877; R. Wagner in Venedig, 1883; Venezia, hrsg. von E. M. Engel, 1894, auch französ.; Venezian. Novelletten, 1895; Venezianine (Venezian. Lebensbilder), 3 Ser., 1895–98; Napoleon I. in Venetien, 1901; Die Tugend seiner Frau (Drama), 1910; Der Rat der Zehn (Roman), 1911; Dämon. Gewalten (Roman), 1913; etc. Beitrr. für Fremden-Bl., N. Wr. Tagbl., Frankfurter Ztg., Neue Münchener Ztg. etc. Hrsg.: Briefe der Marquise v. Pompadour, Bd. 1, 1907.
Literatur: Brümmer; Giebisch–Gugitz; Kosch; Kürschner, 1889 ff.; Kürschner 1936; S. Pataky, Lex. dt. Frauen der Feder, 1898; Wininger.
Autor: (V. Hanus)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 35, 1978), S. 423

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  • geboren in > Lemberg
  • gestorben in > Fürstenfeldbruck