Truhlář, Antonín

Truhlář Antonín, klassischer Philologe, Literaturhistoriker und Lehrer. Geb. Lično, Böhmen (Lično bei Rychnov nad Kněžnou, CZ), 5. 11. 1849; gest. Prag, Böhmen (Praha, CZ), 10. 9. 1908.

Sohn eines Müllers. – T. besuchte die Gymn. in Reichenau an der Kněžna/Rychnov nad Kněžnou (1861–65) und Königgrätz (Hradec Králové). Nach der Matura (1869) stud. er an der Univ. Prag klass. Philol. und unterrichtete ab 1873 an verschiedenen Gymn.: zunächst in Leitomischl (Litomyšl), 1874–75 am Stadtgymn. in Taus (Domažlice), 1875–83 in Jičin (Jičín). 1883 wechselte er als Prof. an das Prager Akadem. Gymn. und wurde 1901 dessen Dir.; 1907 als Reg.rat i. R. Im Zentrum seines wiss. Interesses stand v. a. die latein. Literatur des 16. und 17. Jh. in den böhm. Ländern. T. gab einige Sprachdenkmale („Jana Albína Ezopovy fabule a Brantovy rozprávky“, 1901) heraus und erarbeitete ein umfangreiches biobibliograph. Hdb. zum latein. Schrifttum, „Rukovět’ k písemnictví humanistickému, zvláštně básnickému v Čechách a na Moravě ve století XVI.“, dessen erster Tl. jedoch erst posthum (1908) erschien. Für den Schulgebrauch stellte T. die mehrfach aufgelegte Anthol. „Výbor z literatury české. Doba nová“ (1886, überarbeitet 1898) zusammen. Er schrieb literaturhist. Artikel und Biographien für das Konversationslex. „Ottův slovník naučný“ und verf. einen Beitr. über die „Slavische Literatur“ Böhmens für das sog. Kronprinzenwerk „Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild“ (Bd. Böhmen, Abt. 2, 1896). 1891–1901 red. er den „Časopis Musea Království českého“. T. war Mitgl. der Jednota českých filologů, der Kgl. böhm. Ges. der Wiss. (1888 ao., 1908 o. Mitgl.) und der Böhm. K. Franz Joseph-Akad. der Wiss., Literatur und Kunst (1890 o. Mitgl., 1897–1908 Sekr. der III. Kl.). Er gehörte dem Kuratorium der Matice česká sowie weiteren wiss. (Akademický čtenářský spolek, Historický spolek, Literarní řečnický spolek Slavia) und karitativen Vereinigungen an. Seine wertvolle Bibl. schenkte T. dem Prager Nationalmus.


Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 476f.

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