Ringhoffer, Franz Frh. von

Ringhoffer Franz Frh. von, Großindustrieller. * Prag, 28. 4. 1817; † Smichow (Smíchov), 23. 3. 1873.

Sohn des Kupferschmiedemeisters Josef R. († 1847), der Betriebseinrichtungen für Zuckerfabriken und Spiritusbrennereien herstellte, Vater des Folgenden; besuchte das Gymn., betrieb techn. Stud. und trat dann in das väterliche Unternehmen ein. Nach dem Tod des Vaters erweiterte er die Fabrik und erwarb 1852 in Smichow ein Areal, auf dem er eine Waggonfabrik errichten ließ, welche erst Kohlen-, dann Güterwagen, Tender und schließlich auch Personenwagen erzeugte. Nach der kriegsbedingten Stagnation von 1866 konnten die Anlagen vergrößert werden (Trägernieterei, Sägehaus), die Handarbeit wurde durch Maschinenarbeit und der Taglohn vielfach durch den Akkordlohn ersetzt. 1854 gründete R. eine Fabrikskrankenkasse, ab 1870 stand den Arbeitern ein Pensionsfonds zur Verfügung. 1861 wurde R. Bürgermeister von Smichow und 1864 böhm. Landtagsabg. (Verfassungspartei). 1872 Frh. R. erkannte die Chancen, die das aufstrebende Eisenbahnwesen bot. Seine Initiative und Tatkraft ermöglichten den Aufbau eines Großunternehmens, in welchem einbeträchtlicher Tl. des Waggonparks der Habsburgermonarchie hergestellt wurde.


Literatur: N. Fr. Pr. vom 26. 3., Wr. Ztg. vom 24. 4. 1873; Prager Presse vom 25. 12. 1927 (Sonderbeilage); Großind. Österr. 3, S. 105 f.; Masaryk; Otto; Slokar; Exner, Gewerbe und Erfindungen 2, S. 12; R. Granichstaedien-Czerva – J. Mentschl – G. Otruba, Altösterr. Unternehmer ( = Österr.-R. 365/367), 1969, S. 97; F. Hantschel. Biographien dt. Industrieller aus Böhmen, 1920, S. 63.
Autor: (J. Mentschl)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 42, 1985), S. 169

Links

Download

Lifeline

Orte

  • geboren in > Prag
  • gestorben in > Prag